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Ein Traum geht in Erfüllung
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für
Rudolf Furtner aus Linz
Mit 16 Jahren (1966) zog ich aus, um die Welt zu
erobern. Ich fuhr bei der DDSG als
Matrosenschüler auf den Zugschiffen „Pilach“, „Stubach“
und „Freudenau“ (heute Museumsschiff). Die
meisten Reisen waren zwischen Regensburg – Linz
– Wien – Budapest. Bei der Crew wurde ich gut
aufgenommen. Ich lernte viel – auch
Kameradschaft.
Manchmal kommt es jedoch anders
als man denkt . . .
Unser Bootsmann Charly hatte eine Freundin, die
nahm eines Tages ihre Freundin Anni mit an Bord.
Die Mädels sangen schöne Lieder und Schlager.
Einmal gingen wir ein wenig spazieren. Anni ging
neben mir, zuerst berührten sich unsere Hände
nur ganz kurz, etwas später gingen wir Hand in
Hand. Ein neues, mir bisher unbekanntes Gefühl,
lernte ich kennen. Ich verliebte mich Hals über
Kopf in Anni.
Einmal lag die „Freudenau“ kurz vor Passau und
um meine Anni zu sehen, fuhr ich nachts per
Autostopp nach Linz. Tags drauf musste mein
Schiff auf mich warten. (Kapitän Heinrich Gruber
gab mir eins über die Rübe!) Vor einer
Russlandreise stieg ich von der „Freudenau“ aus.
Im Jänner 1969 landete ich im Hafen der Ehe. Ein
Stückerl von meinem Herzen blieb jedoch bei der
Schifffahrt.
Kapitän Maier (Kapitän mit großem
Herz)
Bei einem Spaziergang im Linzer Tankhafen sah
ich die TMS „CAROLIN“ liegen. Von Kapitän Igor
Derkasch (S. a. FLAPO 3/2001 „Wie ich an Bord
gekommen bin“) bekam ich die Telefonnummer von
Kapitän Maier. Ein Anruf genügte: Ich bin
willkommen an Bord!
An Bord der „CAROLIN“
Ich durfte eine
Reise (Linz-Bratislava-Linz) mitmachen. Ich
durfte sogar in der Eignerkabine wohnen. Kapitän
Maier sagte zu mir: „Der Kühlschrank ist voll;
nimm Dir, was Du brauchst!“ Von der ukrainischen
Besatzung wurde ich sehr freundlich aufgenommen.
Igor Derkasch (1. Kapitän) und
Voleriy Bezulenko (2. Kapitän) wurden nicht müde
und erklärten mir geduldig Radar, Echolot,
Bugstrahl usw. (es hat sich manches verändert
seit 1966) Voladymyr Karnishyn (Bootsmann)
verwöhnte mit der ukrainischen Küche (er ist ein
1a-Küchenchef!)
Nach meiner Rückkehr besuchte ich Familie Maier
an Bord der „CAROLIN“. Frau Maier sagte zu mir:
„Hier an Bord, auf diesen 85m, sind wir eine
Familie“.
Ich finde, auch hier gilt 100% wie man an Bord
gerne sagt:
EINER FÜR ALLE - ALLE FÜR
EINEN
Vielen
Dank an Familie Maier und Crew. Vielleicht gibt
es mal wieder ein Schiff, das einen
Alt-Matrosenschüler mit an Bord nimmt? |