Asterix und Obelix und die
Germanen
von Edmund Schmitt,
einem Schifffahrtsfan von der Mosel
Es war im Jahre anno 1956, da
machten die Nachfahren der Gallier mit den Germanen
einen Vertrag. Ein schiffbarer Wasserweg sollte
geschaffen werden – von der Nordsee bis nach
Lothringen. Eine Wasserstrasse verringert nicht nur
die Transportkosten, man tut auch etwas für die
Umwelt. Ein Schiff braucht nicht nur weniger
Energie, produziert weniger Abgase, es macht auch
weniger Lärm, als die gleiche Gütermenge auf der
Straße; also: Umweltschutz pur!
Die Mosel sollte ausgebaut werden. Sofort, nachdem
die Häuptlinge beider Völker das beschlossen hatten,
machten sich die Experten an die Arbeit. 3,5 Mio.
Gütertonnen errechneten die germanischen Experten.
Die Gallier meinten, 10,5 Mio. Tonnen wären richtig.
Zum Glück setzten sich die Nachfahren von Asterix
und Obelix durch! Sehr schnell wurde die Arbeit
begonnen, da man nur wenige Häuptlinge hatte, aber
viele Indianer. Nach nur 6 Jahren war die
Wasserstraße fertig. Trotzdem aber ärgerten sich die
Germanen über diese scheinbare Niederlage. So gut
man konnte, bremste man das ganze Unternehmen
während der Bauarbeiten aus. So benutzte man ab
französischer Grenze ein gefälschtes Bandmaß, so
dass auf germanischen Gebiet die Schleusen viel zu
kurz wurden. Dieses sollte sich später einmal sehr
rächen! Die damals scheinbar eingesparten Millionen
musste man dann um ein Vielfaches wieder ausgeben.
Einige Jahre vergingen. Natürlich behielten die
gallischen Experten Recht. Sehr schnell überstieg
die jährliche Tonnage die 10 Mio. Grenze. Erst da
erkannten die Germanen, wie sinnvoll doch so eine
Wasserstrasse ist! Deshalb bauten sie auch die Saar
zum Wasserweg aus. Inzwischen hatten man das
richtige Bandmaß wieder gefunden, und die
Saarschleusen hatten günstigere Abmessungen. 12 Mio.
Gütertonnen hatte man für die Saar errechnet, ohne
aber zu bedenken, dass die zu kleinen Schleusen an
der Mosel, diese Tonnage völlig unmöglich machten.
Somit war der Saarkanal nicht rentabel zu betreiben!
Auf der Mosel kam es immer öfters zu langen
Verkehrsstaus an den Schleusen, zuerst nur in den
Sommermonaten, wegen der Fahrgastschiffe, die man in
der Berechnung total vergessen hatte, dann aber auch
immer mehr in den Wintermonaten, zum Leidwesen der
Binnenschiffer. Längst hatte die beförderte
Gütermenge 16 Mio. Tonnen überschritten, Tendenz
noch immer steigend!
Da kam man seitens der deutschen Häuptlinge auf eine
geniale Idee: Man gibt die Frachttarife früher frei
und schafft damit einfach die deutsche
Binnenschifffahrt ab! Das löst vielleicht das
Problem!? Man hat es auch fast geschafft, aber
trotzdem wurden die Staus an den Schleusen immer
länger. Dann erkannte man anno 1988, dass man doch
etwas tun müsse. Man beschloss, die Mosel tiefer zu
legen. Das löst zwar nicht das Problem, aber man tut
etwas und billig ist es auch.
Endlich im Jahr 1992 beschlossen die großen Führer
der Germanen, im Bundesverkehrswegeplan den Bau
neuer Schleusen an der Mosel. So schnell wie anno
1956 geht aber leider nichts mehr! Scheinbar hat
man auch wieder das richtige
Bandmaß versteckt, denn die von
den Häuptlingen angegebenen Schleusenabmessungen
sind wieder einmal zu kurz und ungünstig, da sie die
Schifffahrt in Zukunft mehr behindern als nutzen,
und teuere Nachrüstungen wieder die Folge sind.
Leider hat es auch nur noch wenige Indianer aber
viele Häuptlinge. So begnügt man sich immer mehr mit
Ausreden wie, es ist kein Geld da, oder man braucht
noch mehrere Gutachten. So jagt ein teueres
Gutachten das andere und immer gibt es neue
Wirtschaftlichkeitsberechnungen. Leider hat sich bis
heute noch keine Schaufel bewegt. Die Planungen sind
jetzt schon doppelt so lang wie anno 1956 die
gesamte Bauzeit.
Da staunen selbst Asterix und Obelix!
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Worüber wir uns
große Sorgen machen . . .
Im
November 2001 haben sich innerhalb von wenigen Tagen
mehrere Havarien mit Schubverbänden einer
Regensburger Reederei auf dem Main und dem Rhein
ereignet. Fast täglich konnte man in Zeitungen
darüber lesen, über Radio und Fernsehen wurde der
Bürger selbst in der entferntesten Ecke
Deutschlands, außerdem weltweit übers Internet, über
die Havarien informiert.
Nicht nur, dass der gute Ruf der Binnenschifffahrt,
nämlich der sicherste und umweltfreundlichste
Verkehrsträger zu sein, ins Wanken gerät, wir
bekommen es inzwischen mit der Angst zu tun, wenn
wir nur ein Schiff dieser Firma in unserem
Fahrbereich wissen!
Bis zum heutigen Tag sind immer „nur“ Sachschäden
entstanden; nicht auszudenken, wenn es zu einer
Umweltkatastrophe käme, Menschen dabei verletzt oder
gar getötet werden würden . . .
Wann wachen die zuständigen Leute endlich auf?
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