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Bericht
von einer Vorort-Recherche über die
Binnenschifffahrt (Teil 2)
Fortsetzung aus der FLASCHENPOST Nr. 3/2001
Der nächste Tag
bietet landschaftlich wenig Reizvolles.
Holland ist vor allem flach und hat
Windmühlen. Badende und picknickende Familien
säumen die Ufer. Ab und zu kühlt sich eine Kuh
die Beine im Wasser. Ich habe das Gefühl,
schon ganz lange an Bord zu sein. Nun habe ich
mich also eingereiht in die bunte Abfolge von
Gästen auf der MS „JENNY“. Künstler, Winzer,
Airbus-Kapitäne, Filmemacher und
Lokalpolitiker bewohnten vor mir die
Gästewohnung. Auch Paare auf der Suche nach
einem Liebesnest sind schon mitgeschippert.
Selbst panische Angst vor Wasser oder
eingeschränkte Beweglichkeit aufgrund
körperlicher Gebrechen hält wahre Liebhaber
der Schifffahrt nicht davon ab, auf der
„JENNY“ mitzufahren. Die liebsten Gäste seien
diejenigen, die noch wenig über die
Binnenschifffahrt wissen und viele Fragen
stellen, sagen Scheubners, denen es Spaß
macht, aus ihrem Leben und ihrem Beruf zu
erzählen.
Am Abend erreichen wir Antwerpen. Ich bin
beeindruckt von der nächtlichen Szenerie der
riesigen Hafenanlagen.
Am nächsten Nachmittag liegen wir noch immer
im Hafen von Antwerpen. Es kann noch einige
Tage dauern, bis die Ladung gelöscht wird. Es
ist ein bisschen diesig, die Sonne brennt und
mir fehlt der Fahrtwind. Bei einer Temperatur
von 32° ist es einfach zu warm, um meinen
Platz im Liegestuhl am Bug des Schiffes
einzunehmen. Karin Scheubner fragt, ob ich
Lust auf eine Partie Scrabble habe. Na klar! Im
Verlauf des Spieles stelle ich fest, dass ich
völlig aus der Übung bin und gegen meine
Mitspielerin keine Chance habe. Meine
Strategie ist nichts wert: Ich bemühe mich,
schöne originelle Wörter zu bilden und
scheitere immer wieder an einem einzigen
fehlenden Buchstaben. Inzwischen habe ich mir
selber ein Scrabble zugelegt und jetzt wird
trainiert, damit „Ö“, „Y“ und „Q“ nur noch auf
Feldern mit doppeltem oder dreifachem
Buchstabenwert landen!
Neben der richtigen Scrabblestrategie bereitet
mir auch die Abkürzung „T.n.W.“, die in
vergangenen Reiseberichten auftaucht, und
Albrecht Scheubners Traumfracht umschreibt,
Kopfzerbrechen. Nach reiflicher Überlegung
komme ich zu dem Schluss, dass es sich dabei
wohl um „Total
nette
Winzer“
handelt. Aber genau weiß ich es nicht.
Am nächsten Tag heißt es Abschiednehmen. Karin
und Albrecht bringen mich in Antwerpen zum
Bahnhof. Ich staune, wie lange wir doch durch
Hafengelände fahren, bis wir endlich in der
City sind. Wo ich nun schon mal in Belgien
bin, will ich es mir nicht nehmen lassen, die
berühmten Pommes Frites zu probieren. Die sind
auch sehr lecker – nur die Currywurst dazu
hätte ich mir sparen können. Ich verbringe
noch ein paar Stunden in Antwerpen und fahre
dann glücklich und zufrieden wieder nach
Bremen, wo mich mein Freund und unser Kater
schon sehnsüchtig erwarten.
Während meiner Reise habe ich viel über die
Binnenschifffahrt gelernt, schöne Landschaften
und gute Verpflegung genossen und eifrig
Notizen für meine Reportage gemacht. Wenn der
2. Teil meines Reiseberichtes in der
FLASCHENPOST erscheint, wird meine
Abschlussarbeit bereits gelesen und bewertet
sein. Meine Gastgeber Karin und Albrecht
Scheubner bekommen von mir auf alle Fälle die
Note „1+ mit Sternchen“ und ich bedanke mich
für vier wunderschöne, interessante und
lehrreiche Tage auf der MS „JENNY“.
Gabriele Schindler, Bremen, E-Mail:
gabi.schindler@gmx.de
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Logo half der
Polizei
Vergangene
Tage wurde bei unserer
Schwiegertochter eingebrochen.
Papiere, Schlüssel, Scheckkarten
und einiges mehr, alles weg!
Die Polizei hatte so ihre
Vermutungen und fasste zwei junge
Männer. Zu-nächst wurde bei ihnen
nichts von den vermissten Dingen
gefunden, nur ein kleines
Feuerzeug. Doch gerade das war das
Pech der beiden Diebe, dass sie es
hatten mitgehen lassen. Auf dem
Feuerzeug war nämlich das Logo von
uns „Frauen in der
Binnenschifffahrt“.
Ein gutes Beweismittel!

Beide Berichte von:
Sigrid Thünen,
MS
„FRANK-DIETER“ |
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Der Main als
Werbeträger
Es
erwischte uns ganz unvorbereitet
in einer der vielen Mainschleusen.
Bei der Ausfahrt (zu Tal) gab es
ein komisches Geräusch im
Hinterschiff. Die Düse hatte wohl
ein Reibholz oder Tau verschluckt,
irgendwie schlurfend, bollernd
hörte es sich an. Im freien Wasser
des Mains wurden alle
Anstrengungen unternommen, den
Gegenstand heraus zu bekommen.
Doch alle Mühe war vergebens, die
Maschine kam nicht mehr auf
Touren, der Gegenstand wollte
nicht heraus. Wir verloren den
Anschluss an unseren Vordermann
und dieser lästerte, unser Schiff
sei eine lahme Krücke. Es half
also alles nichts, ein Taucher
musste her! Dieser sah sich dann
unter Wasser die Bescherung an.
Wir warteten gespannt, was für ein
Übeltäter gefunden würde.
Verschmitzt berichtete der
Taucher, dass er einen Teppich
gefunden habe, und sogar das
Schild von „Ikea“ sei noch dran.
Nachdem das gute Stück achtern an
Deck gehievt worden war, besah ich
mir diesen „Teppich“ genauer. Nach
Teppich sah es gewiss nicht mehr
aus, eher wie ein
überdimensionales Knäuel aus
Bouclè-Wolle.
Bei der nächsten Bergfahrt auf dem
Main wurde an besagter Schleuse
freundlich nach- gefragt, ob
nichts vermisst würde. Nein, dort
wurde nichts vermisst! „Doch,
doch“, kam es von uns, „unsere
Düse hat einen Teppich aus dieser
Schleuse aufgesaugt und das Schild
von „Ikea“ war auch noch dran
gewesen!“ „Tja“, meinte da der
Schleusen-bedienstete lachend,
„nun habt Ihr selbst erlebt, wie
der Main sogar unter Wasser
Reklame für „Ikea“ macht!“
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