Impressionen
Schifffahrtsmesse „AHOY“ November 2002
5 Tage
Messe in Rotterdam. Öffnungszeiten täglich von
12.00 h bis 22.00 h, am Samstag von 10.00 h
bis 17.00 h. Das ist Frondienst!
Dienstag:
Heute ist augenscheinlich Seniorentag.
Ergraut, müde und schweren Schrittes kämpfen
sich altgediente Binnenschiffer durch die
Messehallen. Bepackt mit Stofftüten,
Prospekten und „Gift-aways“ aller Art
schleppen sich die Interessenten durch die
„Wandelgänge“. Alles ist laut, hektisch,
modern. Bei den Ausstellern sind viele
„Altbekannte“ durch den Nachwuchs ersetzt, die
noch fremd sind. Messestände aus dem Ausland –
man befürchtet Sprachschwierigkeiten. Die
aktiven Binnenschiffer haben an einem Dienstag
keine Zeit auf einer Messe zu vertändeln. Mit
viel Glück klappt´s zum Wochenende.
Mittwoch:
Im Gegensatz zu gestern erscheint heute
geballt der Nachwuchs auf dem Gelände. So
recht ist das Interesse an Schiffen nebst
Zubehör noch nicht das Ausschlaggebende. Die
oft einzige Frage ist die nach Reklameartikel,
Kugelschreiber, Baseball-Mützen, Feuerzeuge.
Aber man ist nicht wählerisch, es wird
genommen was da ist, und wenn es der Zucker
für die „Tasse Kaffee“ ist. Hauptsache, es ist
umsonst.
Donnerstag:
Aha, der eine oder andere Binnenschiffer hat
nun doch die Möglichkeit gefunden, sich über
die Neuigkeiten in der Schifffahrt zu
interessieren. Mancher erschrickt über die
neuen Teuro-Preise, die sich mittlerweile auch
in der Industrie finden lassen. Nicht nur die
Kiwi hat sich von 39 Pfennig auf 39 Cent
verteuert. Wehmütig erinnert man sich an die
Sonderangebote im Jahr 2000.
Auch den Aussteller treffen die Hotel- und
Gastronomiepreise außerordentlich.
Parkgebühren pro Auto – 1x tagsüber – 1x in
der Nacht im Hotel – belaufen sich auf 15,--
Euro täglich. Mitten in der Nacht mit
öffentlichen Verkehrsmitteln durch Rotterdam
ist auch nicht so verlockend, dass man auf das
Auto verzichten möchte.
Freitag:
Jetzt geht es endlich richtig zur Sache. An
etlichen Messeständen spielt Musik,
Lautsprecher dröhnen, der Geräuschpegel steigt
mit jeder weiteren Stunde. Ganze Trupps von
Kollegen haben sich zusammen gefunden und
holen sich ihre Informationen über die
neuesten Kommunikationsmöglichkeiten,
Katalysatoren, Düsen usw. von den Anbietern.
Im Messerestaurant sind alle Plätze besetzt.
Heute reichen 10 Stunden Öffnungszeit nicht
aus. Das Angebot ist riesig und alles zu sehen
ist ein Ding der Unmöglichkeit. Der Mief, die
Hitze, die Lautstärke in den Messehallen und
die Überfüllung der Messestände sind eine
zusätzliche Zumutung. Voll gepackt mit Tüten,
Kalendern, Prospekten, Schirmen und allerlei
anderem, ist ein Messebesuch wirklich kein
Vergnügen, sondern absoluter Stress.
Und am Ende stellt man fest, dass man wieder
einmal nicht alles gesehen hat.
Samstag:
3, 4, 5 Stunden Autofahrt werden in Kauf
genommen, um eine halbe Stunde vor Öffnung
vor dem Parkplatz im Stau zu stehen. Die
Parkwächter sind unfreundlich und überfordert.
Von allen Seiten strömen die Besucher bei.
Jeder ist ungehalten und niemand hat Zeit. Auf
zum letzten Großkampftag! Der Ansturm ist
heute enorm. Nach vier Tagen Standarbeit sind
auch die Aussteller müde und freuen sich, dass
der letzte Tag angebrochen ist. Ab 16.00 Uhr
merkt man langsam, dass die Besuchermenge sich
verringert und das Einpacken an den
Messeständen kann beginnen. Ab 17.00 Uhr wird
fieberhaft verstaut, gestapelt, weggeschleppt.
Die Teppichböden werden auseinander gerissen,
Dekorationen verschwinden, Blumen, Kisten,
Kartons werden hinaus getragen, denn am
nächsten Tag sind neue Aussteller in den
Messehallen.
Sehen wir uns alle
wieder im Jahr 2003 in Duisburg bei der DSM
oder erst wieder 2004 in Rotterdam?
Tschüss,
gute Geschäfte und macht´s gut.
Petronella Jacobs
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