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Berliner Jungs an Bord
Mein ehemaliger Chef, Harald Balzereit, MS
„HANSEAT“, kommt vom Büro. Er sieht mein
fragendes Gesicht und gibt die erhoffte
Antwort: „Kohle für Berlin“. Ich jubele, denn
das bedeutet auch: Treffen mit lieben
Verwandten und lieben Freunden.
Wir laden im Rheinpreußenhafen Homberg,
löschen in Berlin-Charlottenburg, waschen das
Schiff ab, haben Feierabend.
Ich bin kaputt, aber froh. Die Reise war gut –
nichts Außergewöhnliches war passiert.
Ich liebe dieses Schifferleben.
Zeitiges Aufstehen, durch die morgendliche
Natur fahren, aufgehende Sonne, dampfendes
Wasser, Vogelgezwitscher, Blasshühner, Enten,
Gänse, Schwäne auf dem Wasser, in der Luft.
Die Geräusche, die Stille, die tägliche Arbeit
an Bord, die Maschine, der Haushalt, das
Planen, die Schiffsbegegnungen mit Freunden,
das Grüßen, Winken, Reden über Funk.
Der Ärger gehört dazu – im Büro, an Schleusen,
an Lade- und Löschstellen, an Liegestellen, an
Bau- und Engstellen. Doch der vergeht, und
überwiegend bleibt das Gute in Erinnerung.
Ich bin wirklich glücklich und dankbar. Ich
habe an Bord meinen Platz, ich bin wichtig,
denn ohne mich geht es nicht – so fühle ich
mich jedenfalls.
In diese zufriedene Stimmung hinein kommen
meine Gäste: Birgit mit ihren beiden Söhnen
Robby, 10 Jahre und Basti, 8 Jahre alt. Ich
zeige ihnen „mein“ Schiff, und zwar gründlich,
mit recht ausführlichen Kommentaren. Wir
steigen in den Maschinenraum, in den
Bugstrahlraum, in fast jedes Herft, in meine
Wohnung vorn, später in die Wohnung des
Eigners mit der dazugehörenden geheimnisvollen
„Luke 18“, dann ins Steuerhaus. Jeder sitzt
mal auf dem Steuerstuhl, versucht an die
Armaturen zu kommen. Sie finden alles riesig
dufte und stellen richtig gute Fragen. Es ist
eine Freude auf beiden Seiten.
Und dann kommt endlich Harald, der Eigner des
Schiffes, Schiffer in 6. Generation. Er wird
sofort von den Jungs in Beschlag genommen und
mit dem treuesten, kindlichen Augenaufschlag
fragt Basti:
„Und was machst Du?“
Brigitte
Stein, TMS „BIBERACH“
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