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Workshop Wien (31.03.2003 – 01.04.2003)
Entwicklungen auf der Wasserstraße Donau
Als
Partner des Forschungsprojektes „eBusi-Net“,
unter Prof. Dr. D. Danckwerts, Uni Duisburg,
nahmen vom Verein „Frauen in der
Binnenschifffahrt“ Frau Heger, Frau Maier und
ich an diesem Workshop an der Techgate Wien
teil.
Damit die
zu erwartenden Verkehrszuwächse infolge der
EU-Osterweiterung auch von der Straße auf die
Wasserstraße Donau verlagert werden (denn das
ist nicht leicht), bedarf es neuer Strategien
und gezielter Maßnahmen. Der Wasserweg Donau,
nur zu 5-10 % ausgelastet, muss eine wirksame,
zuverlässige, sichere und effiziente
Alternative zu den anderen Verkehrsträgern
darstellen.
Die vorgestellten Aktivitäten der
Forschungsprojekte (unter Mitwirkung von
Partnern aus anderen Ländern) zeigten dies
auf. Das geht von Infrastruktur, Verbesserung
der Schiffbarkeit, Generalplanentwicklung über
den Telematik-bereich, die Infobereitstellung,
Öffentlichkeitsarbeit, Containerliniendienste,
bis hin zum Marketing und Management.
Der Beitrag zur Vorstellung von eBusi-Net:
Auswirkung und Vernetzung auf die
Geschäftsbeziehungen der
Binnenwasser-transporte.
Parallel zu den im Projekt entworfenen
Arbeiten, wird die Präzisierung für die
abschließenden Berichte,
Internetpräsentationen und Programme
entwickelt. Daraus ergeben sich für die
Akteure auf dem Transportmarkt Möglichkeiten,
die gesammelten Erfahrungen, besonders im
Hinblick auf den Anteil elektronischer Medien,
für eigene unternehmerische Initiativen zu
nutzen.
Der Besuch des Testzentrums RIS ( River
Information Services ) gab einen Überblick
über das zwischen der Teststrecke Schleuse
Freudenau und Greifenstein gewählte
satellitengestützte Ortungssystem. Die 5
Testschiffe benötigen dazu einen Transponder
mit Notebook/PC, entweder fixmontiert oder in
einem tragbaren Koffer an Bord zu nehmen. An
Land sind auch Transpondersysteme installiert,
um das aktuelle Landverkehrsgeschehen (z.B.
Schleuse) darzustellen. Auf einer
elektronischen Schifffahrtskarte (ECDIS)
werden Position, Name, Abmessung und andere
Basisinformationen aller im System
befindlichen Schiffe erfasst. Alle
Verkehrsdaten werden zentral gespeichert und
können z.B. bei der Rekonstruktion von
Unfällen abgerufen werden. Für andere Nutzer
im System, Behörden, Schifffahrtsunternehmen
usw. gilt das Gleiche. So erhalten die
Anwender eine lückenlose Information. Diese
Verkehrsdaten werden in einer neu
entwickelten, umfassenden logistischen
Datenbank gesammelt und
Wirtschafts-unternehmen zur Steuerung
intermodaler Transportketten zur Verfügung
gestellt.
Eine
Hafenrundfahrt durfte auch nicht fehlen. Mit
dem Bus und den Herren Löhr und Edinger
besuchten wir die Häfen Freudenau, Albern und
Lobau. An Schiffen in den Häfen gab es wenig
zu sehen, was nicht verwunderlich ist, da 50%
der Güter per Bahn, 45% per LKW und nur 5% per
Schiff kommen. An einer modernen Rampe werden
1x wöchentlich von einem
Schiffs-Autotransporter 1.000 Autos
gebracht; lagern könnten 3.000 bis 4.000
Autos, Abstellplätze könnten 10.000 Autos
aufnehmen, etwa 5.000 Container könnten
gelagert werden. Im Jahr werden 135.000
Container umgeschlagen, pro Woche wird 1
Schiff mit Getreide beladen.
Gebäude für Lagerung hochwertiger Güter sind
vorhanden; Häuser für Kleinindustrie
vermietet und verpachtet die Hafenverwaltung.
Der Ölhafen Lobau dient dem Umschlag von
Mineralölprodukten und besitzt eine moderne
schwimmende Ölsperre, die uns vorgeführt
wurde.
Zum
gemeinsamen Abendessen mit unserer
Gruppen-Betreuerin Frau Matiasek (Austrian
Institute for regional Studies und Spital
Planning) ging es 18m tief in den „12
Apostel-Keller“. Es war ein sehr angenehmer
Abend und gute Gespräche wurden geführt.
Auf die an einer Hand abzuzählenden Schiffe in
Häfen und auf der Donau angesprochen, meinte
unsere Betreuerin:
Steht einer am Rhein, winkt er den Schiffen
nach und ruft:
„Schiff Ahoi!“
Steht einer an der Donau und
erblickt ein Schiff*, sagt er erstaunt:
„Hoi, a
Schiff!“
Auswirkungen der Ost-Erweiterung auf die
europäische Binnenschifffahrt: (P.Schneidewind)
Durch Flottenstruktur und Flottengröße der
Beitrittsländer wird zwar eine beachtliche
Überkapazität an Schiffsraum erwartet, doch
sei dieser nur beschränkt wettbewerbsfähig.
Auch der Kostenvorteil (Billiglohn) wird, wenn
die Schiffe ans hohe technische Niveau
angepasst sind, wenig wirksam. Doch bis dahin
steht die EU wettbewerbsrechtlich unter Druck
(Bratislava-Abkommen, bilaterales Abkommen).
Die Umstrukturierung in allen
mittelosteuropäischen Ländern, sowie die
Privatisierung, wird noch lange Zeit in
Anspruch nehmen. Doch ein einheitliches
europäisches Schifffahrtsregime wird mit der
Zeit zunehmend wirksam und zum Zusammenwachsen
führen.
Nach
allem Gehörten kann man nur hoffen und
wünschen, dass dem umwelt-freundlichen
Verkehrsträger Binnenschiff auf der Donau
verkehrs- und wirt-schaftspolitisch Rechnung
getragen wird.
Sigrid
Thünen, MS „FRANK-DIETER“
*
kommt dem Betrachter nur so vor; tatsächlich
gingen 6.881.812 to im Jahr 2002 durch die
Schleuse Jochenstein = ca. 275.270 LKWs!
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