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Zurzeit sind wir interessant für die
Medien; nicht etwa aber, weil man über einen
umweltfreundlichen und sicheren Verkehrsträger
berichten will, sondern weil wir mal wieder
für Negativschlagzeilen herhalten sollen.
Scheinbar mitfühlend bittet man um
Bestätigung, dass unsere wirtschaftliche Lage
aufgrund des Niedrigwassers dramatisch sei,
wir kurz vor dem Aus ständen.
Uns macht das wütend! Das gleiche Spielchen
hatten wir im letzten Jahr etwa um die gleiche
Zeit. Damals war’s das Hochwasser, an welchem
die Schifffahrt schuld gewesen sein soll und
wir nun die Rechnung dafür bekämen. Und weil
im Moment ansonsten nichts Spektakuläres
passiert, könnte man mit dem
Niedrigwasserproblem das sog. Sommerloch
stopfen.
Wieso interessiert man sich nur für die
Binnenschifffahrt, wenn es um
Negativschlagzeilen geht?
Wir haben den Reporter und Fernsehleuten
erklärt, dass die Schifffahrt auf Donau und
Elbe vor einem Jahr wegen starkem Hochwasser
behindert war. Nun machen sich die politischen
Fehlentscheidungen in der
Wasserstraßeninfrastruktur auf diesen beiden
Flüssen wegen Niedrigwasser bemerkbar. Der
Ausbaustopp an der Elbe und die
Verzögerungstaktik an der Donau sorgen dafür,
dass der Ruf der Binnenschifffahrt, ein
verlässlicher Verkehrsträger zu sein, in
Gefahr gerät. Was nicht mehr mit dem Schiff
transportiert werden kann, landet zwangsläufig
zusätzlich auf dem LKW. Die Bahn hat kaum
Kapazitätsreserven, deshalb geht noch mehr
über die Straße. Doch das will angeblich
niemand lesen; am allerwenigsten die sog.
Umweltschützer.
Darüber würden wir gern erzählen!
Die Medien sind nur an Schlagzeilen über
menschliche Schicksale interessiert:
„Hungernde
Binnenschiffer sitzen buchstäblich auf dem
Trockenen“
Zu dieser Aussage wollte man uns überreden.
- Nicht mit uns!!
Karin Scheubner, MS „JENNY“ |