Flaschenpost Nr. 3
September 2003            Jahrgang 8

Zurzeit sind wir interessant für die Medien; nicht etwa aber, weil man über einen umweltfreundlichen und sicheren Verkehrsträger berichten will, sondern weil wir mal wieder für Negativschlagzeilen herhalten sollen.
Scheinbar mitfühlend bittet man um Bestätigung, dass unsere wirtschaftliche Lage aufgrund des Niedrigwassers dramatisch sei, wir kurz vor dem Aus ständen.
Uns macht das wütend! Das gleiche Spielchen hatten wir im letzten Jahr etwa um die gleiche Zeit. Damals war’s das Hochwasser, an welchem die Schifffahrt schuld gewesen sein soll und wir nun die Rechnung dafür bekämen. Und weil im Moment ansonsten nichts Spektakuläres passiert, könnte man mit dem Niedrigwasserproblem das sog. Sommerloch stopfen.   
Wieso interessiert man sich nur für die Binnenschifffahrt, wenn es um Negativschlagzeilen geht?

Wir haben den Reporter und Fernsehleuten erklärt, dass die Schifffahrt auf Donau und Elbe vor einem Jahr wegen starkem   Hochwasser behindert war. Nun machen sich die politischen Fehlentscheidungen in der Wasserstraßeninfrastruktur auf diesen beiden Flüssen wegen Niedrigwasser bemerkbar. Der Ausbaustopp an der Elbe und die Verzögerungstaktik  an der Donau sorgen dafür, dass der Ruf der Binnenschifffahrt, ein verlässlicher Verkehrsträger zu sein, in Gefahr gerät. Was nicht mehr mit dem Schiff transportiert werden kann, landet zwangsläufig zusätzlich auf dem LKW. Die Bahn hat kaum Kapazitätsreserven,  deshalb geht noch mehr über die Straße. Doch das will angeblich niemand lesen; am allerwenigsten die sog. Umweltschützer.
Darüber würden wir gern erzählen!

Die Medien sind nur an Schlagzeilen über menschliche Schicksale interessiert:

„Hungernde Binnenschiffer sitzen buchstäblich auf dem Trockenen“

Zu dieser Aussage wollte man uns überreden. - Nicht mit uns!!

Karin Scheubner, MS „JENNY“

 


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