Flaschenpost Nr. 3
September 2003            Jahrgang 8

Wie in der letzten FLASCHENPOST angekündigt, hier nun der Bericht über unser Vereinstreffen in Cuxhaven:
Am 2. Mai 2003 machten sich die Frauen auf den Weg in den hohen Norden, um sich diesmal mit ihrer Schirmherrin Annette Faße, MdB zu treffen. Sie hatte die Frauen mit etlichen Programmvorschlägen Wochen vorher nach Cuxhaven eingeladen.
Nach Einchecken im Hotel ging es mit gespannter Vorfreude zum Wasser- und Schifffahrtsamt Cuxhaven. Dort wurden wir vom Ehepaar Faße, sowie den Herren Fräßdorf (stellv. Leiter des WSA) und Akkermann (Leiter der Verkehrszentrale) aufs Herzlichste begrüßt. Durch einen kurzen Filmvortrag zur Verkehrssicherung an der Elbe neugierig gemacht, waren die Frauen dann von der Verkehrszentrale, die sich ebenfalls im WSA befindet, und ihrem Aufgabengebiet, sehr beeindruckt. Alleine schon die Aussicht über die Elbmündung war toll. Dazu kam dann noch die Atmosphäre, die der in einem Flughafentower sehr nahe kam. Nach vielen Fragen seitens der Frauen ging es einige Etagen tiefer zum Havariekommando. In der Einsatzzentrale des Krisenstabes erläuterte uns Her Klodt (Pressesprecher) eindrucksvoll, wie Kompetenzgerangel in der Vergangenheit dazu geführt hatte, dass Schiffshavarien weitaus tragischer waren, als es hätte sein müssen. Aus dieser Erfahrung heraus wurde dann das Havariekommando gegründet, das jetzt mit  grenzüberschreitender Kompetenz Schiffsunfälle abwickelt.
Nach den erlebnisreichen Stunden ging es dann zu einer kleinen Verschnaufpause ins Hotel, wo am frühen Abend unsere Mitgliederversammlung stattfinden sollte. Wir begrüßten dort unsere Gäste vom Nautischen Verein Cuxhaven, bedankten uns bei Frau Faße für die Einladung und überreichten ihr einen Regiestuhl mit unserem Vereinslogo. Sie versprach, den Stuhl in Ehren zu halten und ihn für die wenigen Musestunden auf ihrer Terrasse zu nutzen.

Bevor wir zu unserer Tagesordnung kamen, fand ein reges Gespräch mit den Herren vom Nautischen Verein Cuxhaven statt. Dessen 1. Vorsitzender, Herr Kapitän StDir.a.D. Günter Rubach, schlug vor, für die Zukunft einen engeren Kontakt aufzubauen. Der Abend ging in geselliger Runde zu Ende.

Nach dem Frühstück am nächsten Morgen stand eine Sonderführung durch die Hapag-Hallen (Auswandererhallen) auf dem Programm. Von Frau Faße in Empfang genommen, besichtigten wir gemeinsam unter kundiger Führung die historischen Gebäude. Ich hatte das Gefühl, die Wehmut zu spüren, die diese Menschen befallen haben musste, angesichts dessen, was sie alles aufgeben würden, wie Heimat und Familie nie wieder zu sehen.  Die Hoffnung auf ein besseres Leben in der neuen Heimat war da sicher nur ein kleiner Trost. 
Von den Hapag-Hallen ging es dann zur Besichtigung auf das historische „Feuerschiff Elbe 1“. Hier wurden wir mit einem leckeren Mittagessen begrüßt. In der doch sehr engen Messe wurde uns Kartoffelsuppe mit Krabben, Hähnchenbrust in Currysauce und Rote Grütze mit Vanillesauce serviert. Den Schiffskoch haben die Frauen für sein tolles 3-Gänge-Menue, in der winzigen Kombüse zubereitet, mit viel Lob bedacht. Dann wurde das ganze Schiff besichtigt und die Frauen erfuhren viel über die ehemalige Arbeit der Männer an Bord.
Als nächstes stand eine Hafenrundfahrt auf dem Programm. Aber wie das nun mal an de Küste so ist, kann das Wetter an der Küste umschlagen. Und wie es umgeschlagen hatte! Konnten wir am Morgen noch einigermaßen aufrecht und trocken verbringen, so peitschte uns beim Verlassen des Feuerschiffs heftiger Sturm und Regen ins Gesicht. Da auch das Wasser sehr aufgewühlt war, wurde die Bootsfahrt abgesagt. Ich glaube, so ziemlich alle Frauen waren heilfroh. Es wäre ganz schön peinlich gewesen, wenn einer von uns während der Bootsfahrt seekrank geworden wäre. Wir, so quasi als Seemann – und dann seekrank! Stattdessen machten wir es uns in einem gemütlichen Café  bequem und standen dort der örtlichen Presse Rede und Antwort.
Pünktlich zum nächsten Termin, machten wir uns dann auf den Weg zur vereinbarten Besichtigung des Ringelnatzmuseums. In lockerer Gesprächsrunde kamen besonders die maritimen und kabarettistischen Seiten des Dichters und Malers zur Sprache. Schließlich wurde uns die berühmte Muschelkalktorte mit Kaffee angeboten. Die schmeckte so lecker, dass das Wohlbefinden der Frauen auch anderen Museumsbesuchern auffiel, die dann  ebenfalls die Torte probieren wollten, und so kam man mit diesen in ein lebhaftes Gespräch.
Nach großer Verabschiedung und nochmaligem Dank an Frau Faße, machte sich der größte Teil der Frauen, voll der vielen Erlebnisse, auf den Heimweg. Einige Frauen (die Glücklichen!) konnten noch ein paar Ferientage in Cuxhaven dranhängen.

Moin, moin . . . .   Ilka Heger, MS „LIMES“

 


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