Flaschenpost Nr. 3
September 2003            Jahrgang 8

Dialog an der Kaimauer

BMBF-Forschungsprojekt eBusi-Net tagte im Hafen von Karlsruhe

Informations- und Kommunikationstechnologien (IuK) setzen sich in der Binnenschifffahrt immer weiter durch. Der Computer an Bord ist verbreitet. Telematik, Elwis, Copit, gängige Begriffe. Der einzelne Betrieb weiß die technischen Vorteile zu schätzen. Doch wo liegen sie zukünftig?
Mit dieser Frage beschäftigten sich Forscher der Uni Duisburg/Essen im Dialog mit Vertreter/innen der Binnenschifffahrt und Hafenwirtschaft am 27. Juni 2003 im Rhein- Hafen Karlsruhe. Mit aktiver Unterstützung der Hafenleitung, der IHK, dem Hafendezernenten, den Verbänden BDS und BDB sowie den „Frauen in der Binnenschifffahrt“, organisierten sie ein Tagesprogramm auf dem Fahrgastschiff „Karlsruhe“. Vorträge, Diskussionen und Einschätzungen zur „Zukunft des Hafens/Zukunft der Schifffahrt“ gab es am Vormittag. Der Nachmittag gehörte Arbeitskreisen und Workshops. Das neue BINTRAS wurde präsentiert. Branchenbezogene IuK-Anwendungen wurden praxisnah demonstriert.
Fazit des Tages: Es gibt eine Zukunft; IuK-Technologien werden sie prägen. Künftig werden vor allem die „Schnittstellen“ im Güterverkehr optimiert. Einsatzfelder sind die Hafenorganisationen (Vereinfachung von Schiffsanmeldungen, Ufergeldabrechnung, Hafenumschlagsgebühren), aber auch die Schleusenabfertigung. Einig waren sich die Experten außerdem in einem Wunschgedanken: Die neue Technik müsse doch dazu beitragen können, partnerschaftliche Strukturen innerhalb des wasserbezogenen Gewerbes – auch zwischen Hafenwirtschaft und Binnenschifffahrt – aufzubauen.

Weitere Info:
Forschungsgruppe GTS, Prof. Dr. Dankwart Danckwerths, Tel. 0203/ 378390

Waldemar Mathejczyk, Dipl.Sozialwissenschaftler

Für die „Frauen in der Binnenschifffahrt“ habe ich an dem Telematiktag in Karlsruhe teilgenommen.
Was sich in der Theorie gut anhört, tut sich in der Praxis zum Teil noch schwer.
Was nützen mir die neuesten Informations- und Kommunikationstechnologien, wenn z. B. eine online-Verbindung über das Handy im Hafen wegen hoher Kaimauern, großer Silos oder schwerer Eisenkränen nicht zustande kommt, oder beim Abschleusen in hohen Schleusen die Verbindung unterbrochen wird? Wer viel im Ausland fährt, sollte  die enormen roaming-Gebühren nicht außer Acht lassen, denn sie machen online-Informationen zum wahren Luxus!

Der Telematik an Bord gehört die Zukunft. PC und Internetzugang werden früher oder später zur normalen Schiffsausrüstung gehören. Doch damit diese Zukunft nicht in „ferne Zukunft“ rückt, muss an den Problemen gearbeitet werden.

Dass es aber an Land auch nicht immer funktioniert, erfährt man aus dem nachfolgenden Telefongespräch →→→→→→→
Was war’s doch früher einfach!!! 

Karin Scheubner, MS „JENNY“

 


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