Flaschenpost Nr. 4
Dezember 2003             Jahrgang 8

Berufsbild Binnenschiffer

Aufgezeichnet von Tina Kotva 13 Jahre,
Nichte von Anni Stapf, MS „COBURG“

Das Leben auf einem Schiff ist nicht immer ganz einfach. Man hat viel Arbeit und muss fast jeden Morgen um 5.00 Uhr aufstehen, egal ob es Samstag oder Sonntag ist. Ausschlafen auf dem Schiff gibt es meistens nicht! Frühmorgens, noch bevor die Sonne erwacht, sind die Schiffsleute schon auf den Beinen und erledigen ihre Arbeit.

Tagesablauf eines Kapitäns:
Der Kapitän sitzt fast den ganzen Tag am Steuer. Er lenkt sein Schiff durch die Flüsse und regelt mit den Schleusenmeistern die Schleusungen ab. Wenn es etwas länger dauert, nimmt er sich Zeit und verrichtet seine Arbeiten, die er noch zu machen hat. Z. B. gibt es immer etwas zu streichen oder zu reparieren. Danach geht die Fahrt weiter. Etwas amüsanter wird es, wenn ein anderes Schiff der MSG oder ein Bekannter einer anderen Firma vorbei fährt. Da gibt es immer was zu erzählen! Das war aber noch nicht alles, denn auch der Kapitän muss sehen, dass der Matrose alles richtig macht und ob er es richtig verstanden hat. Der Kapitän muss alles unter Kontrolle haben; das ist kein leichter Job!

Tagesablauf der Kapitänsfrau:
Die Frau des Kapitäns richtet die Mahlzeiten für die ganze Mannschaft. Damit der Käpt’n  zum Essen kommt, muss entweder die Frau fahren, oder sie bringt ihm die Mahlzeit ins Steuerhaus. Auch muss sie sehen, dass sie den Haushalt unter Kontrolle hat. Wenn das Personal nicht reicht, muss sie auch mal in die Fußstapfen der Männer treten und in den Schleusen festmachen oder das Deck säubern. Ja, ja, leicht ist dieser Job nicht! Aber als Entspannung für sie gibt es ja noch ihr Treffen in Duisburg bei den „Frauen in der Binnenschifffahrt“!

Der Matrose an Bord:
Der Matrose hat auch viele Aufgaben. Er ist dafür da, wenn die starke Hand nicht reicht, schließlich gibt es ja noch mehr Arbeiten als streichen oder reparieren. Dazu gehört dann das Ausspritzen von leeren Laderäumen, Rostkratzen, Festmachen in der Schleuse usw. Wenn er dann den Tag überstanden hat, widmet er sich seinen Hobbys, z.B. dem Angeln, Malen oder Fernsehen; außer, er ist so erschöpft und es ist so spät, dass er lieber schläft.

Der Schifferhund:
Natürlich darf auf einem Schiff ein Hund nicht fehlen! Auch der Schiffshund hat verschiedene Aufgaben und Pflichten! Er muss z. B. das Schiff in der Nacht vor Einbrechern schützen. Das Wichtigste jedoch ist, dass man sich auch um ihn kümmert und ihn nicht dafür hat, dass man den ganzen Tag sagt: „Geh weg, du verflixter Hund, stehst einem den ganzen Tag im Weg!“ Nein, so darf das nicht sein! Klar, hie oder da stört er schon mal, aber man muss sich bewusst sein, dass der Hund auch Gefühle hat! Am meisten liebt er jedoch, den Yachten im Gangbord hinterher zu sausen, oder den Radfahrern die Ohren voll zu kläffen, oder im Raum Fußball zu spielen, oder vorne am Bug sich zu verstecken.  Schließlich braucht so ein Hund auch etwas Abwechslung!
Sein Geschäft erledigt er normalerweise in den Schleusen an Land. Aber wenn es ganz dringend ist, drückt Herrchen oder Frauchen auch mal ein Auge zu, wenn etwas unterm Steuerhaus duftet!!

Jetzt seht Ihr, wie das Leben der Besatzung auf dem Schiff zugeht. Nun wisst Ihr etwas mehr über den Beruf, den Ihr vielleicht einmal lernen möchtet.

. . .  und die Moral von der Geschicht’:
Leicht ist das Schifferleben nicht!
Doch mir macht’s Spaß, ich will nie fort,
denn ich bin nur als Gast an Bord!!!

 

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Parlamentarisches Abendessen

Am Dienstag, den 11.11.2003 hatte die „Parlamentarische Gruppe Binnenschiffahrt“ (PGBi) einen kleinen Kreis zu einem parlamentarischen Abendessen in die Landesvertretung Niedersachsen nach Berlin eingeladen. Vertreten waren: Die PGBi durch ihre Sprecherinnen und Sprecher, das Verkehrsforum, ver.di, BöB, BDB, BDS und die „Frauen in der Binnenschifffahrt“. Besonders erfreulich war, dass Frau Staatssekretärin Iris Gleicke und ihr Abteilungsleiter Herr Dr. Froböse aus dem Verkehrsministerium an der Runde teilnahmen.

Auf der Einladung waren 4 Themen zur Diskussion gestellt: 

  1. Planco-Gutachten über die „Potenziale und Zukunft in der deutschen Binnenschifffahrt“
  2. Niedrigwasser
  3. Antrag zur Binnenschifffahrt „Neue Chancen für die Binnenschifffahrt“
  4. Geplante Konstituierung des Bündnisses für Binnenschifffahrt                                                                                      

Diskutiert wurde hauptsächlich Punkt 4 der Themenvorschläge. Vorweg gesagt, es kam noch nicht zu einer Konstituierung, da zunächst Uneinigkeiten geklärt werden mussten, ob ein solches Bündnis überhaupt notwendig sei und wie man möglichst schnell ein Gesamtkonzept zu Stande bekäme. Die Vertreter des Binnenschifffahrtsgewerbes haben nachdrücklich versichert, sich, ihren Möglichkeiten entsprechend, gegebenenfalls in ein solches Bündnis einzubringen.                                                  

                                Ilka Heger„MS Limes“

  

Liebe Grüße
Neue Verschenktexte, gelesen von Ilka Heger, MS „LIMES“
Enttäuschung

Ich freute mich, als du mich ansprachst;
ich glaubte, wir könnten uns gut unterhalten.

Doch nachdem du einige Sätze präsentiert hattest,
diskussionsgeübt, thementrainiert,
entzog ich mich deinen Worten.

Wozu über große Themen
so nichts sagend viel reden?

 


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