Flaschenpost Nr. 3
September 2004            Jahrgang 9

Wird in einer Familie ein Fest gefeiert, weiß der Jubilar schon im Voraus, dass Begebenheiten aus seinem Leben zur Sprache kommen, meist Ergötzliches aus Kindertagen.
So wird auch Tina, wenn sie demnächst heiratet, die zwei folgenden Geschichten hören, die ich von ihrem Vater, Harald Balzereit, ehemals Eigner von MS „HANSEAT“, weiß.

Vor etlichen Jahren hatte die Familie für ein paar Tage in Hameln/Weser festgemacht. Jetzt war Zeit für Mutter und Kind, an Land und zum Friseur zu gehen.
Während die Mutter „verschönert“ wurde, saß Klein-Tina, damals ca. 4 Jahre alt, zu ihren Füßen, beschäftigt mit Zeitungen und Spielzeug. Jedoch nicht lange, denn alles um sie herum beschäftigte sie sehr. Eine Friseuse erklärte ihr dies und das, eine andere ließ sie Geräte an-
und ausschalten, Wasserhähne betätigen, an Sprühflaschen schnuppern; ja, und dann verließ sie den Salon . .
Als die Mutter Tinas Verschwinden bemerkte, sprang sie entsetzt von ihrem Sessel auf und rannte rufend und suchend mit wehendem Friseurumhang und Lockenwicklern auf dem Kopf aus dem Salon in die belebte Fußgängerzone.
Bald hatte sie ih
r Kind entdeckt: Tina saß in einem Schuhgeschäft, räumte Schuhe und Kartons aus Regalen und Schuhständern, sortierte und hantierte ruhig und voll Hingabe, sodass sie offenbar lange nicht bemerkt worden war.
Jetzt aber großer Menschenauflauf, ein Durcheinander und Geschrei. Erklärungen, Fragen und Erläuterungen, doch letztlich absolute Erleichtern bei Mutter und Personal.
Am nächsten Tag erschien Tina erneut im Schuhgeschäft. Die Verkäuferinnen erstarrten. „Nicht schon wieder“, konnte man förmlich in ihren Gesichtern lesen. Doch dann war alles wieder gut. Tina erschien mit einem großen Blumenstrauß und einem kindlich fröhlichen Lachen „Entschuldigung“.

Ein anderes Mal: MS „HANSEAT“ hatte festgemacht – Feierabend!
Man hatte sich mit Freunden verabredet, und so ging Klein-Tina mit den Eltern aufs Nachbarschiff. Dort saß man in geselliger Runde. Alles schien in Ordnung, man hatte Tina fest im Blick.

Doch dann wunderte man sich, dass sich ihr kleiner Hund so merkwürdig benahm. Er versuchte immer wieder, auf die Couch zu springen, was ihm jedoch nicht gelang. Auch draußen an Land lief er nur im Kreis und wäre fast ins Wasser gefallen. Sofort nahm man Tina ins Verhör: „Was hast du mit dem Hund gemacht?!“ Das Kind strahlte stolz: „Viele, viele bunte Smarties!“ Man fand schnell heraus, dass sie den kleinen Hund mit Tabletten gefüttert hatte, die sie im Schlafzimmer entdeckt hatte. Erleichtert hörte man, dass Tina selbst keine „Smarties“ gegessen hatte. Und froh war man, als sich der kleine Hund gründlich erbrach, sodass die Tabletten nicht zur vollen Wirkung kommen konnten.

 

Und nun die Moral von der Geschicht’:
Unterschätzt die kleinen (Schiffer-)Kinder nicht!

Brigitte Stein, TMS „BIBERACH“

 

 

Hätten Sie’s gewusst? 

Männer tragen Kroaten um den Hals!

Geschäftsleute, Manager und sonstige Schlipsträger, aufgepasst!

Hätten Sie gedacht, dass Sie täglich vorm Spiegel ein kroatisches Halstuch umbinden? Das Wort „Krawatte“ bedeutet nämlich nichts anderes als „Kroate“!
Hier die kleine Geschichte dazu: am französischen Königshof des 17. Jahrhunderts trafen sich Militärs aus allen Ländern, unter anderem auch Kavalleristen aus Kroatien. Die Männer waren gut zu Pferd und trugen modische Halstücher. Die Franzosen waren begeistert und nannten die neuen Binder nach ihren Besitzern „crvate“ (vom altslawischen Wort chvat = Kroate). Daraus entwickelte sich später „cravatte“ und schließlich das deutsche Wort „Krawatte

 

 


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