Flaschenpost Nr. 3
September 2004            Jahrgang 9

Das ARPMUSEUM Bahnhof Rolandseck lud im Rahmen des Projekts
„Grenzen im Fluss: Oder und Rhein 2004“
zum Seemannsgarn auf dem Rolandsbogen

Anlässlich dieses Ereignissen wurde auf Wunsch des Museumsdirektors, Herrn Raimund Stecker, eine Sonderausgabe der FLASCHENPOST herausgegeben.

Ria Plog und Clemens Ruland hatten die Binnenschifffahrt beim Seemannsgarn im ARP MUSEUM des Bahnhof Rolandseck vertreten. Bereits 1965 war dieser Bahnhof Zentrum der Kunst. Am Anfang des 20. Jahrhunderts hielt Lenin mit dem Zug in Rolandseck, Nietzsche, der in Bonn studierte, besuchte dieses schöne Gebäude und Apollinaire, der große französische Dichter und Kunsthistoriker, schrieb ein Gedicht, das um das Rolandseck kreist. Seinen Namen verdankt das neue Museum dem Dichter Hans Arp.

Ria Plog erzählte vom Alltag auf dem Rhein und ihrer Kindheit als Schifferkind im Schifferkinderheim, die Mühen und Freuden des Lebens auf dem Fluss. Über dreißig Jahre lebte sie auf dem Schiff, mit harten, aber auch wunderschönen Zeiten. Der Tag hatte 16 – 18 Stunden, Feierabend war entsprechend spät.
Sie trug dann ein Gedicht ihres Onkels vor: 

Als wir kamen nach Unkel, da war’s bereits schon dunkel.
Auf dem Deck hörte man was sagen: “Wir fahren noch nach Remagen!“
Aus dem Maschinenraum dröhnt es dumpf und hohl. Wir bleiben heute auf der Brohl.
Und es wurde nachgedacht: Wir fahren noch nach Andernach!
Der Steuermann sagt: „Wir wollen noch warten und fahren in den Schlossgarten“.
Der Kapitän sprach: „Macht keinen Witz; wir bleiben heut’ in Urmitz!“
Und so wurde herumgeschwenzt,  bis wir waren in Kowelenz!

Dann begann Herr Ruland (MS „ULM“) zu erzählen. Die Fahrt an Bord sei geprägt von der Arbeit auf dem Schiff. Er, gebürtiger Remagener, ist seit 14 Jahren selbständiger Unternehmer. Mit sieben Jahren wurde er in einer Zinkbadewanne bei Hochwasser im Rhein abgetrieben, die Wasserschutzpolizei rettete ihn, sein Vater schenkte ihm daraufhin ein Paddelboot und damit begann sein Werdegang als Binnenschiffer.
Der Beruf sei zwar hart, -  sieben Tage in der Woche -, doch gäbe es auch schöne Momente, wie z.B. die Ruhe, die man kurz vor dem Wachwerden der Natur höre.

Heike Henze, ARPMUSEU

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Podiumsdiskussion zwischen Binnenschiffern und Künstlern
Veranstaltung am 5. Juni 2004 im Restaurant auf dem Rolandbogen, hoch über dem Rhein.

An der Diskussionsrunde nahmen Künstler aus Polen, Niederlande  und Deutschland teil. Landrat Dr. Pföhler und Remagens Bürgermeister Georgi begrüßten die Gäste, Herr Stecker, Direktor des ARP MUSEUMS erzählte über die Entstehung und Historie des Rolandsbogen.
Nachdem die Literaten ihren Teil vorgetragen hatten, immer wieder ins Polnische übersetzt, wurde ich nach dem Alltag einer Binnenschifferin gefragt. Wie das Ganze ablaufen sollte, hatte man mir vorher nicht gesagt. Ich wusste lediglich, dass eine Diskussion zwischen Künstlern, Schiffern und dem Publikum stattfinden sollte. Also versuchte ich, so gut es ging, in der Kürze, aus dem Schifferleben zu erzählen. Zwischendrin wurde ich immer wieder vom polnischen Übersetzer unterbrochen. Kaum hatte ich mich richtig eingestimmt, beendete Herr Stecker die Veranstaltung, denn die Künstler mussten mit dem Schiff nach Köln aufbrechen.

Schade, dass keine Diskussion zustande kam. Ich hätte gern auf Fragen geantwortet und auch vom Verein „Frauen in der Binnenschifffahrt“ erzählt. Doch leider war die Zeit zu kurz. Dafür habe ich aber am Abend zuvor die Künstlerin Barbara Köhler kennen gelernt, eine sehr sympathische Frau. Sie ist Autorin, ein großer Schifffahrtsfan und wohnt in Duisburg-Ruhrort. Ich habe sie zu unserem nächsten Vereinstreffen in Duisburg eingeladen.

Ria Plog

 

 


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