|
Das ARPMUSEUM Bahnhof Rolandseck lud
im Rahmen des Projekts
„Grenzen im Fluss: Oder und Rhein 2004“
zum Seemannsgarn auf dem
Rolandsbogen
Anlässlich dieses Ereignissen wurde auf Wunsch des
Museumsdirektors, Herrn Raimund Stecker, eine
Sonderausgabe der FLASCHENPOST herausgegeben.
Ria Plog und Clemens Ruland hatten die
Binnenschifffahrt beim Seemannsgarn im ARP MUSEUM
des Bahnhof Rolandseck vertreten. Bereits 1965 war
dieser Bahnhof Zentrum der Kunst. Am Anfang des 20.
Jahrhunderts hielt Lenin mit dem Zug in Rolandseck,
Nietzsche, der in Bonn studierte, besuchte dieses
schöne Gebäude und Apollinaire, der große
französische Dichter und Kunsthistoriker, schrieb
ein Gedicht, das um das Rolandseck kreist. Seinen
Namen verdankt das neue Museum dem Dichter Hans Arp.

Ria Plog erzählte vom Alltag auf dem Rhein und
ihrer Kindheit als Schifferkind im
Schifferkinderheim, die Mühen und Freuden des Lebens
auf dem Fluss. Über dreißig Jahre lebte sie auf dem
Schiff, mit harten, aber auch wunderschönen Zeiten.
Der Tag hatte 16 – 18 Stunden, Feierabend war
entsprechend spät.
Sie trug dann ein Gedicht ihres Onkels vor:
Als wir kamen nach Unkel, da
war’s bereits schon dunkel.
Auf dem Deck hörte man was sagen: “Wir fahren noch
nach Remagen!“
Aus dem Maschinenraum dröhnt es dumpf und hohl. Wir
bleiben heute auf der Brohl.
Und es wurde nachgedacht: Wir fahren noch nach
Andernach!
Der Steuermann sagt: „Wir wollen noch warten und
fahren in den Schlossgarten“.
Der Kapitän sprach: „Macht keinen Witz; wir bleiben
heut’ in Urmitz!“
Und so wurde herumgeschwenzt, bis wir waren in
Kowelenz!
Dann
begann Herr Ruland (MS „ULM“) zu erzählen.
Die Fahrt an Bord sei geprägt von der Arbeit auf dem
Schiff. Er, gebürtiger Remagener, ist seit 14 Jahren
selbständiger Unternehmer. Mit sieben Jahren wurde
er in einer Zinkbadewanne bei Hochwasser im Rhein
abgetrieben, die Wasserschutzpolizei rettete ihn,
sein Vater schenkte ihm daraufhin ein Paddelboot und
damit begann sein Werdegang als Binnenschiffer.
Der Beruf sei zwar hart, - sieben Tage in der Woche
-, doch gäbe es auch schöne Momente, wie z.B. die
Ruhe, die man kurz vor dem Wachwerden der Natur
höre.
Heike Henze, ARPMUSEU
~~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~~
Podiumsdiskussion zwischen
Binnenschiffern und Künstlern
Veranstaltung am 5. Juni
2004 im Restaurant auf dem Rolandbogen, hoch über
dem Rhein.
An
der Diskussionsrunde nahmen Künstler aus Polen,
Niederlande und Deutschland teil. Landrat Dr.
Pföhler und Remagens Bürgermeister Georgi begrüßten
die Gäste, Herr Stecker, Direktor des ARP MUSEUMS
erzählte über die Entstehung und Historie des
Rolandsbogen.
Nachdem die Literaten ihren Teil vorgetragen hatten,
immer wieder ins Polnische übersetzt, wurde ich nach
dem Alltag einer Binnenschifferin gefragt. Wie das
Ganze ablaufen sollte, hatte man mir vorher nicht
gesagt. Ich wusste lediglich, dass eine Diskussion
zwischen Künstlern, Schiffern und dem Publikum
stattfinden sollte. Also versuchte ich, so gut es
ging, in der Kürze, aus dem Schifferleben zu
erzählen. Zwischendrin wurde ich immer wieder vom
polnischen Übersetzer unterbrochen. Kaum hatte ich
mich richtig eingestimmt, beendete Herr Stecker die
Veranstaltung, denn die Künstler mussten mit dem
Schiff nach Köln aufbrechen.
Schade, dass keine Diskussion zustande kam. Ich
hätte gern auf Fragen geantwortet und auch vom
Verein „Frauen in der Binnenschifffahrt“ erzählt.
Doch leider war die Zeit zu kurz. Dafür habe ich
aber am Abend zuvor die Künstlerin Barbara Köhler
kennen gelernt, eine sehr sympathische Frau. Sie ist
Autorin, ein großer Schifffahrtsfan und wohnt in
Duisburg-Ruhrort. Ich habe sie zu unserem nächsten
Vereinstreffen in Duisburg eingeladen.
Ria Plog

|