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Jugenderinnerungen von Rainer
Schiffer aus Rheydt,
aufgeschrieben von Brigitte Stein, TMS „BIBERACH“
Der
Optikermeister Rainer Schiffer aus Rheydt, 80 Jahre
alt, liest mit Freude die FLASCHENPOST und es kommen
unweigerlich Erinnerungen aus Kinder- und
Jugendtagen auf. Er erzählte mir, dass er mit seinen
Brüdern in Kaiserswerth (bei Düsseldorf), und somit
am Rhein aufgewachsen ist.
Dort
lernten die Brüder schwimmen, fuhren mit dem
elterlichen Boot, paddelten, waren mit dem Wasser –
ihrem Element – vertraut.
Fiebernd warteten die Jungen auf die Schleppzüge,
die sich zu Berg kämpften: 3-6 Schleppkähne im
Anhang, tief abgeladen. „Man musste den letzten Kahn
anvisieren, der dem rechten Ufer am nächsten war.
Dann hieß es: Ranschwimmen, beherzt die
Bordwandkante packen – der 1. Griff musste sitzen –
und die nächste Welle und die Strömung spülten und
drückten uns an Bord. War uns der Schiffer wohl
gesonnen, unterhielt er sich mit uns, und wir
bekamen sogar Kaffee! Nach einigen Kilometern
sprangen wir wieder ins Wasser und ließen uns
talwärts zurück nach Kaiserswerth treiben. Manchmal
jedoch kläffte ein Bordhund ziemlich gefährlich oder
der Schiffer schimpfte, so dass wir gleich
abdrehten.
In der Kriegszeit, wenn Kriegsmaterial transportiert
wurde, kamen wir aber erst gar nicht in Nähe dieser
Schiffe. Es war ja Spionagezeit!
Noch
schöner war es, wenn KD-Schiffe – Räderboote mit
Radkasten – in Kaiserswerth anlegten. Dann
schwammen wir zum Heck, setzten uns auf das lange
Ruder (5,20 m langes Ruderblatt), das ca. 20 cm aus
dem Wasser ragte. Wir freuten uns diebisch über die
erfolglosen Bemühungen des Matrosen, uns mit einem
Bootshaken von unserem Sitz zu stoßen oder uns
anders abzuschütteln.
Wir genossen die Fahrt einige Kilometer in Richtung
Düsseldorf, drehten dem Matrosen eine lange Nase und
schwammen zurück ans heimatliche Ufer.
Einen besonderen Spaß erlaubten wir uns beim
Kajakfahren: Die Eskimorolle, in Ufernähe
aufgeführt, fand viele Bewunderer. Wenn wir
kopfunter im Wasser waren, sah man die
Reklameschrift des Bootsbauers auf dem Kajakboden:
„ Edi Kleckers, Kaiserswerth“
Bei
einigen Kajaks ohne Aufschrift tauchten wir bei der
„Rolle“ einfach weg; das Kajak dümpelte allein
herum, und die Leute am Ufer glaubten an ein
Unglück.
Wir fanden das äußerst lustig – die Erwachsenen
natürlich nicht!!
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