Wandlungsfreude
Stellen Sie sich einmal
vor, man würde auch heute noch Nachrichten in
Flaschen verschicken. Spätestens seit der Gründung
des Vereins Frauen in der Binnenschifffahrt
würden auf dem Rhein nur noch Flaschen treiben. Denn
an Kommunikationsfreude hat es den Damen bisher nie
gefehlt. Als Journalistin durfte ich acht von zehn
Jahren Vereinsarbeit mit vielen Zeitungsartikeln
begleiten. Dabei fiel mir immer das breite
Engagement der ‘River-Ladies’ auf. Diese Frauen
haben nun wirklich in allen Bereichen des Gewerbes
ein Wörtchen mitzureden: Kinderbetreuung,
Frachtpreise, Flotte und Wasserstraßeninfrastruktur.
Schon bald setzten sie Kurs auf Berlin und holten
mit Schirmherrin Annette Faße auch das große Thema
der Verkehrspolitik ins Haus. ‘Wir müssen auch 2005
noch viel Überzeugungsarbeit leisten’, heißt es
trotzdem in der vorletzten Flaschenpost. Dem kann
ich nur zustimmen; die Binnenschifffahrt verfügt
(leider) über viele noch nicht entdeckte Potenziale.
Doch sagt man nicht in Deutschland, dass „Gut Ding
Weile braucht“?
Ich freue mich, wenn Menschen nicht nur kritisieren,
sondern sich auch engagieren, etwas zu ändern. Bei
den Frauen in der Binnenschifffahrt nehme ich die
Lust auf aktiven Wandel wahr. Auf Messen,
Weiterbildungs-initiativen und öffentlichen
Diskussionen zeigen sie stets Flagge. Und seit
Jahren bedienen sie sich modernster
Kommunikationstechnologien wie dem Internet. Immer
schön zeitlos gestalteten sie ihre vielen Treffen
auf gemütliche Art und Weise. Berlin, Duisburg,
Würzburg, Rotterdam, Antwerpen, oder Stettin. In wie
vielen Häfen sind wir uns begegnet?
Für diese Freude am
Wandel, nunmehr seit zehn Jahren, meinen herzlichen
Glückwunsch aus Rotterdam. Bei mir im Nordseehafen
kommt eure Flaschenpost immer gut an!
Sarah De
Preter
Journalistin

*Sarah De Preter:

Eine „Journalistin mit
Tiefgang“ hat die holländische Schifffahrtszeitung
„de Binnenvaartkrant“ sie vor einigen Jahren
bezeichnet.
Schon als Kind hat Sarah ihre Leidenschaft fürs
Schreiben entdeckt und wurde bereits als 10-Jährige
zu einer Büchermesse nach Antwerpen eingeladen, um
ihre Gedichte im Rahmen einer Radiosendung
vorzutragen.
In Duisburg hat sie zunächst Anglistik und
Germanistik studiert, später dann in Leuven noch ein
bisschen Philosophie. Geworden ist sie aber
Journalistin und hat somit ihre Begabung und ihr
Hobby zum Beruf gemacht.
Sarah ist Belgierin und lebt
nun in Rotterdam, hat aber ein Faible für die
deutsche Binnenschifffahrt. So schreibt sie u. a.
auch Berichte über die deutsche Binnenschifffahrt
für die deutschsprachigen Seiten in der „Binnenvaartkrant“.
Wenn die „Frauen in der Binnenschifffahrt“ etwas
planen, mit besonderen Aktionen auf die
Binnenschifffahrt aufmerksam machen wollen, - Sarah
ist immer interessiert - und schon liest man
darüber in der nächsten Ausgabe der „Binnenvaartkrant“!
Wir freuen uns, dass Sarah,
die „Märchentante aus Rotterdam“, (siehe FLAPO Nr.
4/2004) uns nun schon so viele Jahre die Treue
hält.
Sie kann sicher sein, dass wir ihr auch in den
kommenden Jahren immer wieder spannendes Material
für ihre Berichte liefern werden.
Karin Scheubner, MS „JENNY“

Podiumsdiskussion „Binnenschifffahrt und
Öffentlichkeit“ während der Duisburger
Schifffahrtsmesse
im September 2001; Moderatorin: Sarah De Preter (3.
v. l.)
|