Flaschenpost Nr. 1
25. Februar 2005         Jahrgang 10

Wandlungsfreude

Stellen Sie sich einmal vor, man würde auch heute noch Nachrichten in Flaschen verschicken. Spätestens seit der Gründung des Vereins Frauen in der Binnenschifffahrt würden auf dem Rhein nur noch Flaschen treiben. Denn an Kommunikationsfreude hat es den Damen bisher nie gefehlt. Als Journalistin durfte ich acht von zehn Jahren Vereinsarbeit mit vielen Zeitungsartikeln begleiten. Dabei fiel mir immer das breite Engagement der ‘River-Ladies’ auf. Diese Frauen haben nun wirklich in allen Bereichen des Gewerbes ein Wörtchen mitzureden: Kinderbetreuung, Frachtpreise, Flotte und Wasserstraßeninfrastruktur. Schon bald setzten sie Kurs auf Berlin und holten mit Schirmherrin Annette Faße auch das große Thema der Verkehrspolitik ins Haus. ‘Wir müssen auch 2005 noch viel Überzeugungsarbeit leisten’, heißt es trotzdem in der vorletzten Flaschenpost. Dem kann ich nur zustimmen; die Binnenschifffahrt verfügt (leider) über viele noch nicht entdeckte Potenziale. Doch sagt man nicht in Deutschland, dass „Gut Ding Weile braucht“?
Ich freue mich, wenn Menschen nicht nur kritisieren, sondern sich auch engagieren, etwas zu ändern. Bei den Frauen in der Binnenschifffahrt nehme ich die Lust auf aktiven Wandel wahr. Auf Messen, Weiterbildungs-initiativen und öffentlichen Diskussionen zeigen sie stets Flagge. Und seit Jahren bedienen sie sich modernster Kommunikationstechnologien wie dem Internet. Immer schön zeitlos gestalteten sie ihre vielen Treffen auf gemütliche Art und Weise. Berlin, Duisburg, Würzburg, Rotterdam, Antwerpen, oder Stettin. In wie vielen Häfen sind wir uns begegnet?

Für diese Freude am Wandel, nunmehr seit zehn Jahren, meinen herzlichen Glückwunsch aus Rotterdam. Bei mir im Nordseehafen kommt eure Flaschenpost immer gut an!

Sarah De Preter
Journalistin

 

*Sarah De Preter:
Eine „Journalistin mit Tiefgang“ hat die holländische Schifffahrtszeitung „de Binnenvaartkrant“ sie vor einigen Jahren bezeichnet.
Schon als Kind hat Sarah ihre Leidenschaft fürs Schreiben entdeckt und wurde bereits als 10-Jährige zu einer Büchermesse nach Antwerpen eingeladen, um ihre Gedichte im Rahmen einer Radiosendung vorzutragen.
In Duisburg hat sie zunächst Anglistik und Germanistik studiert, später dann in Leuven noch ein bisschen Philosophie. Geworden ist sie aber Journalistin und hat somit ihre Begabung und ihr  Hobby zum Beruf gemacht.

Sarah ist Belgierin und lebt nun in Rotterdam, hat aber ein Faible für die deutsche Binnenschifffahrt. So schreibt sie u. a. auch   Berichte über die deutsche Binnenschifffahrt für die deutschsprachigen Seiten in der „Binnenvaartkrant“.
Wenn die „Frauen in der Binnenschifffahrt“ etwas planen, mit besonderen Aktionen auf die Binnenschifffahrt aufmerksam machen wollen, - Sarah ist immer interessiert -  und schon liest man darüber in der nächsten Ausgabe der „Binnenvaartkrant“!

Wir freuen uns, dass Sarah, die „Märchentante aus Rotterdam“, (siehe FLAPO Nr. 4/2004) uns nun schon so viele Jahre  die Treue hält.
Sie kann sicher sein, dass wir ihr auch in den kommenden Jahren immer wieder spannendes Material für ihre Berichte liefern werden.

Karin Scheubner, MS „JENNY“

 
Podiumsdiskussion „Binnenschifffahrt und Öffentlichkeit“ während der Duisburger Schifffahrtsmesse
im September  2001; Moderatorin: Sarah De Preter (3.
v. l.)

 

 


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