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Außer Spesen nix
gewesen!
In den 26 Jahren,
die ich in der Binnenschifffahrt tätig bin, habe ich
schon 9 (in Worten: neun!) Verkehrsminister
„verschlissen“ und etliche Gutachten über die Lage
der deutschen Binnenschifffahrt überlebt.
Hier ein kurzer Abriss zur unglaublichen Geschichte
der deutschen Binnenschifffahrtspolitik in den
letzten fünf Jahren:
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Mitte 2001 legt die Bundesregierung für den Bundestag einen Bericht zur Lage
der deutschen Binnenschifffahrt vor. Alle unsere
Probleme sind dort aufgelistet.
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Mitte 2002 gibt die Bundesregierung bei PLANCO ein Gutachten zu „Potentialen
und Zukunft der deutschen Binnenschifffahrt“ in
Auftrag. Der volkswirtschaftliche Nutzen der
Binnenschifffahrt soll damit nachgewiesen werden.
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Ende Oktober
2003
wird das Gutachten offiziell vorgestellt, nachdem
es bereits mehrere Wochen im Verkehrsministerium
gelegen hat. Von PLANCO werden 21 Empfehlungen an
Politik und Schifffahrt gegeben. U. a. heißt es
darin, für die deutsche Binnenschifffahrt sei es
nicht „fünf vor zwölf“, sondern schon „fünf nach
zwölf“, es müsse ganz schnell gehandelt werden.
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Gut vier Monate
tut sich nichts. Dann, am 3. März 2004,
wird beim Parlamentarischen Abend in Berlin das
Ergebnis des Planco-Gutachtens „zur Lage der
deutschen Binnenschifffahrt“ öffentlich
vorgetragen. Noch an diesem Abend wird uns
mitgeteilt, aus dem geplanten „Bündnis für
Binnenschifffahrt“ werde nun ein „Forum für
Binnenschifffahrt und Logistik“.
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Am 6. Mai 2004,
also wieder zwei Monate später, wird das „Forum
für Binnenschifffahrt und Logistik“ ins Leben
gerufen, unter der Schirmherrschaft der
Parlamentarischen Staatssekretärin Iris Gleicke.
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Bis zum Januar
2005, also acht Monate lang, hören wir jetzt
schon nichts mehr von dem Gutachten und seiner
Behandlung in dem „Forum“. Frau Gleicke ist
inzwischen nicht mehr für die Binnenschifffahrt
zuständig. Irgendwelche Umsetzungen der
Planco-Handlungsempfehlungen haben wir nicht
registriert.
So geht das nun
schon viele Jahre. Immer wieder glauben und hoffen
wir, diesmal meine es die Politik wirklich ernst und
dies sei nun das allerletzte Gutachten.
Aber: „errare humanum est“!
Bereits im Juli 2004 wurde ein von der
Bundesregierung in Auftrag gegebenes Gutachten über
„Technische und wirtschaftliche Konzepte für
flussangepasste Binnenschiffe“ fertig gestellt. Das
Ergebnis wurde erst jetzt, nach einem halben Jahr,
bekannt gegeben; aus Rücksicht vor dem grünen
Koalitionspartner! Das Ergebnis des Gutachtens ist
nämlich für uns nicht überraschend: das flachgehende
Binnenschiff ist
wirtschaftlich nicht vertretbar, da es nicht einmal
die Kosten deckt. Das haben wir der Politik schon
seit Jahren in unzähligen Gesprächen gesagt.
Wieder mal: Außer Spesen nicht
gewesen!
Wir bringen Einsatz bis an die
Grenze der Belastbarkeit, kein Engagement ist uns zu
groß, doch fragen wir uns immer öfter: Will die
Regierung in Berlin überhaupt noch eine deutsche
Binnenschifffahrt?
Wer nur schön redet, aber nie handelt, verliert
seine Glaubwürdigkeit.
Eine große deutsche Handelskette
wirbt mit dem Slogan: „lass’ Dich nicht ver . . . !“
Wir drücken uns vornehmer aus: Wir fühlen uns auf
den Arm genommen!
Karin Scheubner, MS „JENNY“
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Powerfrauen
Denke ich an Powerfrauen,
denke ich an Frauen, die sich was trauen,
die engagiert im Leben steh´n,
zupacken, statt daneben steh´n,
die Beruf und Familie in Einklang bringen,
flexibel sind in allen Dingen,
die ihre Heimat lieben, doch in Europa leben,
kämpfen, statt schnell aufzugeben.
Was fällt mir sonst noch dazu ein?
"Das müssen
Schifferfrauen sein!!"
Karin
Scheubner, MS "JENNY"
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