Flaschenpost Nr. 2
10. Juni 2005              Jahrgang 10

Lange haben wir darauf hingearbeitet, auf den 25. Februar 2005, - nämlich ganze 10 Jahre! Wer von uns hätte am 25. Februar 1995 gedacht, dass  ein Grüppchen von engagierten Binnenschifferinnen in zehn Jahren zu einem Verein mit fast 100 Mitgliedern wächst?
Weiß doch jeder von uns Schifferfrauen, wie schwierig es von Bord aus ist, am Vereinsgeschehen aktiv teilzunehmen oder mitzuarbeiten, langfristige Termine wahrzunehmen oder kurzfristige Aktionen zu organisieren: Der eigene Betrieb darf nicht zu kurz kommen, die Familie muss versorgt sein, aber die Vereinsarbeit soll auch ihren Platz bekommen. Wie schwer ist oft die Entscheidung, die Verantwortung gegenüber Schiff und Familie, wenn man an Mitgliedertreffen teilnimmt, die viele Stunden Autofahrt bei schlechten Straßenverhältnissen erforderlich machen. Lohnt sich der zeitliche und finanzielle Aufwand, z. B. zu Parlamentarischen Abenden oder runden Tischen nach Berlin zu fahren, wenn am Ende doch wieder nur „außer Spesen, nix gewesen!“ dabei herauskommt? Oft muss der innere Schweinehund überwunden werden, denn eben mal 1.000 km oder mehr mit dem Auto, sind halt kein Pappenstiel!

All diese schwierigen Umstände, zusammen mit Erfolgen und Niederlagen, mit der positiven Resonanz von Politik und Gewerbe, haben dazu beigetragen,  aus den „Frauen in der Binnenschifffahrt“ POWERFRAUEN zu machen.

Wir sind stolz auf Geleistetes, werden uns aber nicht auf unseren Lorbeeren ausruhen. Es gibt noch so viel zu tun. Außerdem läuft  uns die Zeit davon, denn wir sind nicht mehr die Jüngsten! Eine wichtige Aufgabe der „alten Aktiven“ wird also in den nächsten Jahren auch sein, Nachwuchs heranzuziehen.
Da fällt mir dann wieder ein Gedicht ein, das ich vor vielen Jahren mal gedichtet habe:

Wer hilft, wenn was zu planen ist,
wenn Zeitdruck an den Nerven frisst?
Wenn’s gilt, ein Ziel schnell zu erreich?
Immer sind es nur die Gleichen.
Dabei wär’ Vieles keine Bürde,
wenn jeder etwas helfen würde.
Sonst werden, und das leuchtet ein:
Die Gleichen auch die Dummen sein!

In diesem Sinne . . . .

Karin Scheubner, MS „JENNY“

 


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