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Dumm gelaufen, oder wie eine
Schirmherrschaft auf mich übertragen wurde
von Brigitte Stein, TMS „BIBERACH“
MS „HANSEAT“ hat in Stein, holländische Stadt (weder
verwandt noch verschwägert mit Brigitte Stein) am
Juliana-Kanal festgemacht, um anderntags Kohle zu
laden.
Ich freue mich, dass ich Freundin Juliane (weder
verwandt noch verschwägert mit dem Juliana-Kanal),
die nur wenige Kilometer von der Grenze entfernt
wohnt, treffen werde.
Wir telefonieren: „In einer Stunde an der Kirche in
Stein.“ Wir sind beide pünktlich, leider nur an
verschiedenen Kirchen. Ich frage Passanten und komme
per Anhalter an den rechten Ort, wo Juliane bereits
mit dem Auto wartet.
Sie war noch nie auf einem Binnenschiff. Also fahren
wir ins Hafengebiet. Harald Balzereit, Eigner des
Schiffes, zeigt alles Wichtige an Bord und Juliane
ist beeindruckt.
Vorn, in meiner Wohnung, haben wir Zwei uns viel zu
erzählen. Wir vergessen Zeit und Raum. Inzwischen
ist draußen dunkle Nacht. Das „Von-Bord-Gehen“ ist
Juliane nicht ganz geheuer. Daher nehme ich ihre
Tasche und den Schirm, damit sie die Hände frei hat.
Wir kommen auch unbehelligt an Land.
Hochkonzentriert tappen wir über das unebene Gelände
hin zum Auto. Juliane atmet erleichtert auf, packt
ihre Tasche in den Wagen und erzählt mir dabei
ausführlich, dass der Regenschirm ein für sie
wichtiges Erbstück ihrer Mutter ist und sie diesen
nie verlieren darf. Ich stimme ihr zu und halte den
Schirm ganz fest. Wir verabschieden uns, und ich
winke mit Taschenlampe und Schirm dem durch
Schlaglöcher und über Eisenbahnschienen schaukelnden
Fahrzeug nach.
Der Schirm blieb etliche Monate an Bord, bis ich ihn
- einschließlich Verantwortung - endlich wieder los
wurde.
Noch heute erinnern wir uns mit viel Gelächter an
unser damaliges Treffen und Schirmerlebnis.
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