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Eine unvergessliche
Fahrt nach Bremen
Erinnerungen, aufgeschrieben von Ellen Maier,
TMS „CAROLIN“
Vor
vielen, vielen Jahren hatten wir uns dazu
entschlossen, mal den Schifferball in Bremen zu
besuchen. Es hieß, der Bremer Ball sei sehr schön,
außerdem ganz anders als der Duisburger. Wir lieben
Abwechslung und fanden das Programm recht
interessant: Man ginge ins Theater und u. a. bekäme
jede weibliche Ballbesucherin eine Rose überreicht.
Welche Frau wird da nicht schwach!
Handy gab es damals noch nicht und so verabredeten
wir uns mit Familie Geffke (TMS „ANGELA CLAUDIA“),
die Freunde in Bremen haben, zu einer bestimmten
Zeit an einer bestimmten Tankstelle direkt nach der
Autobahnabfahrt Bremen. Die Freunde wollten uns dann
zu unserem Hotel lotsen.
Von
Duisburg nach Bremen sind es nur 250 km. Mein Mann
Werner fährt, ich mache im Auto einen kurzen
Schönheitsschlaf. (Werner braucht das nicht; er ist
von Natur aus schön!) Ich träume von einer
Galavorstellung, von meinem Mann im Smoking und
silberner Fliege und von mir im langen schwarzen
Abendkleid.
Zwei Abfahrten vor Bremen werde ich plötzlich wach,
schaue mich im Auto um und ganz schnell wird aus
meinem schönen Traum ein Alptraum! Wo sind überhaupt
Smoking und Abendkleid? Im Auto nicht; also hängen
sie noch zu Hause an der Garderobe!
Wie bereits anfangs erwähnt, Handy gab es damals
noch nicht. Wir also wieder zurück Richtung
Duisburg. Von der nächsten Raststätte aus rufe ich
meine Freundin an und bitte sie, den Hausschlüssel,
der an der und der Stelle liegen muss, zu holen und
mit unserer edlen Garderobe nach Münster an die
Raststätte zu kommen. Ich rufe auch noch die Freunde
von Familie Geffke an, damit die nicht umsonst an
der Tankstelle Abfahrt Bremen warten.
Meine Freundin in Duisburg hat verstanden und will
sich auch gleich auf den Weg machen. Wir fahren
zurück an die Raststätte Münster, genehmigen uns
einen Kaffee und ich schminke mich schon mal
theaterfein. Die Zeit wird auf jeden Fall knapp;
dann muss ich nur noch in mein langes „Schwarzes“
schlüpfen. Werner hat’s gut; er ist, wie schon
geschrieben, eine Naturschönheit, braucht also keine
Schminke und gönnt sich währenddessen einen weiteren
Kaffee und liest ausführlich die Bild-Zeitung. Wir
warten und warten, trinken noch eine Tasse Kaffee,
mein Make-up verblasst langsam wieder, aber meine
Freundin kommt nicht. Wir rufen nochmals bei ihr an
und erfahren, dass sie den Schlüssel nirgendwo
gefunden hat. Also zurück nach Duisburg, schnell
umziehen und wieder auf die Autobahn nach Bremen!
Wir schaffen es gerade so, zum Ende der Vorstellung
am Theater zu sein.
Unsere Freunde kamen aus dem Theater; sie
schienen die Aufführung genossen zu haben und waren
baff erstaunt, einen strahlenden Werner mit Ehefrau
am Theaterausgang zu sehen; waren sie doch fest
davon überzeugt gewesen, zwei genervte, griesgrämige
Duisburger nach so viel Missgeschick anzutreffen!
Was nur ich wusste: Werner ist
eigentlich gar kein Theaterfan, hatte uns nur mir zu
Liebe zum Bremer Schifferball angemeldet.
Und die Moral von der Geschicht’: Manche Probleme
lösen sich von ganz alleine!

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