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Käpt’n Ebbi und seine Flusspiraten
(Teil 2)
Fortsetzung des gesponnenen Seemanns-garns
von Stephan Kröner und Wiebke Gerndt
Wir
machen uns auf den Weg in den Maschinenraum und
blasen die Luftballons auf. Einen nach dem anderen
reichen wir an Ladja weiter, der sie an den Ösen
rund um den Laderaum befestigt. Schon hebt sich das
Schiff spürbar. Wir halten auf dichtes Gebüsch am
Ufer zu. „Käpt’n Ebbi, wir laufen gleich auf“ rufen
wir wie aus einer Kehle; doch da teilt sich das
Gebüsch und wir biegen auf den Geheimweg in den
Twente-Kanal ein. Gerade als wir die Strickleiter
zum Ausguck hinaufklettern, sehen wir, wie der
feindliche Zweidecker die Kanonen unverrichteter
Dinge wieder einrennt. Doch dann werden dort die
Boote zu Wasser gelassen. Hunderte feindlicher
Seesoldaten rudern auf uns zu. „Jitka, bitte die
gelben Heckgeschütze ausrennen. Ach nein, die blauen
reichen. Und bitte mit Biofix laden. Gebt es ihnen
sauber.“ Sorgfältig lädt Jitka die Geschütze und
Ladja richtet sie genauestens aus. Wir helfen beim
Ausrennen. Die Boote mit den feindlichen Seesoldaten
sind schon bedrohlich nahe. Schon nehmen sie ihre
Messer zwischen die Zähne und machen sich klar zum
Entern. „So, bitte jetzt feuern“ kommt endlich die
freundliche Stimme von Käpt’n Ebbi aus dem Megaphon.
Als sich der Pulverqualm verzieht, sehen wir dort,
wo vorher die Boote waren, nur noch eine große Wolke
schillernder Seifenblasen fröhlich blubbern. Hier
und da schwimmt eine blitzsaubere Seesoldatenmütze
auf dem Wasser. „Juchhu, geschafft“, jubeln wir
erleichtert.
Doch für Käpt’n Ebbi und seine Mannschaft ist der
Tag noch nicht zu Ende. Da sie hier in Feindesland
sind, müssen sie noch bis tief in die Nacht
weiterfahren, um an einer versteckten
Flusspirateninsel auf der Ijssel zu ankern. Und
unterwegs droht ständig Entdeckung. „Jitka, setz
doch bitte die Holländische Flagge im Heck, und
bitte das Schild vom letzten Piratenfilm übers
Heck“. Wenige Minuten später tuckert die
holländische MS Gudrun über den Twente-Kanal
Richtung Ijssel. Mit den riesigen gelben Luftballons
am Bug sieht sie aus, als würde sie Werbung für
holländisches Bier fahren. „Wie gut, dass wir die
nicht weggeschmissen haben, jetzt waren sie unsere
Rettung“ sagt Ebbi. Aber nochmal können wir das
nicht machen. Wir haben jetzt schon verdammt wenig
Luft für den Motor, und die ist immer so schwer zu
kapern. Als wir nachts um zwölf endlich an der Pier
der Pirateninsel festgemacht haben, drückt uns
Käpt’n Ebbi einen Krug Bier und eine Tüte
Tortuga-Chips in die Hand und tanzt mit
traumwandlerischer Sicherheit vom Schiff über das
gespannte Tau an Land. „Los, kommt, mir nach, dann
trinken wir noch einen zusammen.“ Gesagt, getan.
Fröhlich und ausgelassen feiern wir mit Käpt’n Ebbi
und seiner Mannschaft am nächtlichen Kai den Sieg
über die Seesoldaten. Die Abendsonne schickt ihre
letzten roten Strahlen über das Wasser und die
Ijssel gluckst ausgelassen zwischen Boot und Kai.
Auf dem Rückweg über das Tau passiert es dann: Ich
rutsche aus und donnere mit dem Kopf auf einen der
Eisenpoller der MS Gudrun.
Als ich wieder zu mir komme, kann ich kaum etwas
sehen, und es brummt und dröhnt, als würden tausend
Schmiedehämmer im Takt auf mich einschlagen. „Wo bin
ich? Was ist passiert?“ „In unserer Kabine, neben
dem Maschinenraum, auf der MS Bayerischer Wald, im
Duisburger Hafen, mein Schatz. Wir sind gestern
Abend hier angekommen. Es ist jetzt sechs Uhr
morgens, der Käpt’n hat soeben die Maschine
gestartet und wir legen gerade ab zu unserer ersten
Fahrt.“
Ende gut
- alles gut!!

Hauptdarsteller:
Piratenschiff ……………………………….……….. MS BAYER. WALD
Käpt’n Ebbi ………………………………………… Eberhard Butenhof
Piratenbraut Kerstin ………………………..……….. Kerstin Weiß
Matrose Ladja ……………………………………… Ladislav Jaros,
Steuermann
Matrosin Jitka ……………………………………… Jitka
Jarosova, Matrose
Piratenhund Ronda ……………………….………… Bordhund Ronda
Piratenhund Boni ………………………....………… Bordhund Boni
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