Flaschenpost Nr. 3
September 2005          Jahrgang 10

Horst Petzke, Steuermann vom Hafenboot HUCKINGEN, findet Ende April dieses Jahres in seiner Frühschicht am Ufer des Hafens Duisburg-Huckingen eine verschraubte Plastikflasche. Ihm ist sofort klar:

Eine FLASCHENPOST!!

Gespannt öffnet er sie und zieht vorsichtig ein mit Plastik umwickeltes und mit Bindfaden verschnürtes, beschriebenes Papier heraus. Zwei Mädchennamen und die Adressen, mit Kinderhand geschrieben, sind zu lesen.
Plötzlich stutzt er: Die Flaschenpost ist in Götterwickerhamm abgeschickt, und er findet sie in Duisburg-Huckingen? Wie kommt die Flaschenpost vom Rheinkilometer 800 zum Hafen Huckingen bei Rheinkilometer 770,5? Seit wann schwimmen Flaschen ca. 30 km stromaufwärts? Das muss ja wohl eine ganz besondere sein!
Und so erzählt er seinen Kollegen von seinem Fund. Einer von ihnen, ein Schweißer vom Schweißboot, kennt die angegebene Straße. Sie sei in seiner Nachbarschaft.
Er nimmt die Flaschenpost mit, um sie den Kindern zurückzubringen und von der ungewöhnlichen Reise zu berichten.
Die beiden Mädchen sind unbekannt geblieben und auch der Schweißer, der nur aushilfsweise an diesem Tag in der Schicht arbeitete.
Die wundersame „Flaschenpost-Reise“ zu Berg – so Horst Petzke – ist wohl so zu erklären, dass die Flasche auf dem Rhein zwischen die Leichter eines Schubverbandes geriet, sich verklemmte und mit dem Verband stromaufwärts nach Huckingen kam.
Beim Auskoppeln der Leichter schwamm sie sich frei, trieb im Hafen umher und wurde schließlich an Land gespült, wo sie gefunden werden konnte.

Brigitte Stein,TMS„BIBERACH“

 


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