Flaschenpost Nr. 1
März 2006                  Jahrgang 11

BUCHTIPP

Verschwörung gegen Amerika
von Philip Roth

 

 

Der vielfach ausgezeichnete amerikanische Autor Philip Roth wurde 1933 als Sohn jüdischer Eltern in New Jersey geboren. Er gilt als der bedeutendste Autor seines Landes. Roth wird auch seit einiger Zeit als Kandidat für den Literaturnobelpreis gehandelt und hat deshalb mit seinem neuen Roman ein gewaltiges Medienecho ausgelöst.
Aus einer Fußnote der Geschichte entsteht ein Gedankenexperiment: Man stelle sich vor, nicht Roosevelt, sondern Charles Lindbergh, der faschistisch gesinnte, antisemitische Fliegerheld wäre 1940 tatsächlich Präsident der USA geworden. Welchen Verlauf hätte die Geschichte im 20.Jahrhundert dann genommen? Wie wäre es Europa ergangen? Und wie den Juden in den USA?
Ein literarisches Wagnis bei dem es vor allem um den kleinen Jungen Philip Roth geht. Er holt die Geschichte in das Wohnzimmer seiner eigenen Familie. Erzähler ist er selbst als kleiner Junge. Vater, Mutter, Bruder haben die realen Biografien bis zum Zeitpunkt als Lindbergh zum Präsidenten gewählt wird. Figuren der Zeit- und Familiengeschichte überführt er in eine neue Wirklichkeit und schaut, was mit ihnen geschieht.
In dieser Atmosphäre der Angst und Unsicherheit wächst der kleine Philip heran. Nach und nach wird er sich des eigenen Jüdischseins bewusst und der Differenz zwischen ihm und den anderen. Heimlich schleichen Philip und sein bester Kumpel ihnen nach. –„Christenverfolgung“ nennen sie ihr Hobby. Diese Geschichten erzählt er zuweilen humorvoll und macht damit das Lesen erträglicher. Die Frankfurter Allgemeine schreibt: „ Das ist eine so schonungslose, so krasse Auslotung kindlicher Ängste, dass man Lindbergh und Hitler ganz vergisst und nach der Lektüre auch nicht wirklich beruhigt ist drüber, dass alles anders kam.“

ISBN 3 – 446 – 20662 -0

A. Gaschik

 


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