Flaschenpost Nr. 2
Juni 2006                    Jahrgang 11

Oh weh, die Frauen kommen  . . . . .

aus der Sicht unseres Mitglieds Nicole Hörnig, die am Weissenhäuser Strand arbeitet

Im November letzten Jahres entschieden wir uns, den diesjährigen Wandertag vom 5. bis 7. Mai am Weissenhäuser Strand  an der Ostsee zu verbringen.
Vertraut mit Planung und Organisation, habe ich mich munter ans Werk gemacht, Zimmer reserviert und einen Tagungsraum gebucht.

Viele Übernachtungen wurden dann auch bei unserem Treffen im Februar direkt bei mir gebucht, doch zwei Tage vor Ende der Anmeldefrist klingelten meine Telefone (Handy+Festnetz) heiß. „Wir möchten auch noch kommen!“ Zu guter Letzt waren wir dann 18 teilnehmende Frauen!
Am Freitag war Anreisetag und da ich nur 3 km vom Hotel entfernt wohne, dachte ich mir, Kaffe und Kuchen im Garten nach der langen Autofahrt,  kommt bestimmt gut an. So war´s dann auch. Zwischen 14.00 und 15.00 Uhr  kamen die meisten, zum Teil, wegen der vielen Staus auf den Autobahnen, später als geplant.
Nach der fröhlichen Kaffeerunde ging´s ab ins Strandhotel, um die Zimmer zu beziehen und das Schwimmbad zu erkunden. (so jedenfalls wurde mir am Abend berichtet)
Zu Abend gegessen haben wir mit der ganzen Meute beim Italiener. Wie lustig es da zuging, kann sich sicherlich  jeder denken . . .

Am nächsten Morgen sollte um 11.00 Uhr die Mitgliederversammlung beginnen, ich wurde dann aber informiert, dass schon um 10.00 Uhr angefangen wird. Für mich bedeutete das: allergrößte Beeilung, sonst komme ich zu spät!

Ilka zog die Tagesordnungspunkte stramm durch und nach zweieinhalb Stunden waren wir fertig und die freie Zeit begann. Die einen machten Shopping, die anderen ruhten sich aus. Am Nachmittag trafen wir uns dann an der Seebrücke zum Kaffeetrinken wieder.

Für Abend hatten wir uns ein schönes und gutes Fischrestaurant in der Nähe ausgesucht. Wie Ilka bereits erwähnt hat, nicht alle mochten Fisch, am Ende war aber doch jeder satt und zufrieden!

Es gab keine besonderen Vorkommnisse, doch was wäre ein Abend der „Frauen“ ohne etwas, vorüber sie besonders lachen können: Die Kellnerin hat dazu verholfen, indem sie sich verrechnet hat und wir somit genügend Stoff für großes Gelächter hatten!
Die zwei Tage waren sehr schön und sind viel zu schnell vergangen. Petrus bescherte uns herrlichen Sonnenschein (. . . wenn Engel reisen) und viel Wind; der gehört an der See einfach dazu.
Der größte Teil der Frauen ist am Sonntag abgereist, ein kleines Grüppchen blieb bis Montag.
Liegen geblieben oder vergessen hat keiner etwas (Gratulation an Ilka!) – nur mich hat man zurück gelassen!
P.S. Ich freue mich, dass es allen so gut gefallen hat. Danke an den Vorstand, dass das Treffen einmal in meiner Nähe stattgefunden hat.

Hallo Nicole, wir müssen uns bedanken, dass Du so gut organisiert und alles vorbereitet hast. Du hast den Teilnehmerinnen zwei wunderschöne Tage beschert, die sicher für Dich im Vorfeld mit viel Vorbereitungen verbunden waren.

Treffen am Weissenhäuser Strand (aus der Sicht von Ilka)

Wie jedes Jahr war das Vereinstreffen im Mai wieder ein Wandertermin. Ziel unserer Reise war der Weissenhäuser Strand. Unser Vereinsmitglied Nicole arbeitet und lebt dort und hatte uns eingeladen. Schon im Vorfeld der Abfahrt musste ich mir einige Sprüche anhören. So wurden beispielsweise Wetten abgeschlossen,  was ich denn wohl dieses Mal vergessen  würde. Aber allem zum Trotz habe ich weder mein Handy noch meine Brieftasche liegen lassen. Ich hatte nämlich vorgesorgt: Ich habe einfach meine Mutter mitgenommen, die dann auf  mich aufgepasst hat.

Aber nun zu unserem Treffen:

 Es sah zunächst so aus, als wollten die Nordlichter nicht, dass wir unser Ziel erreichen. Aus welcher Richtung wir auch kamen, es war kein Durchkommen. Reihenweise waren LKWs auf der Autobahn umgestürzt und sorgten für endlose Staus. Auch unsere Bahnfahrer blieben zunächst auf der Strecke. Aber verbissen und hartnäckig kämpften wir uns teils über Umwege gen Norden und trafen nach und nach am Nachmittag im Garten unserer Gastgeberin ein. Kaffee und Kuchen schmeckten uns dann bei einer steifen Brise vom Meer besonders gut. Erholt und gestärkt machten sich dann 19 Frauen und ein Mann??? auf den Weg zum Hotel, um dort die Zimmer zu belegen. Nach einer oder auch mehr Runden im Swimmingpool (hi, hi, hi) und frisch gestylt, ging es dann zum Italiener um die Ecke.  - Gott sei Dank sind Italiener ja auch ein lebhaftes Völkchen!
Später verzogen sich die meisten Frauen dann doch sichtlich erschöpft auf die Zimmer und die Hotelbar blieb an diesem Abend noch verschont. (Die Betonung liegt auf „noch“)
Am nächsten Morgen hielt es mich nicht mehr in den Federn und ich habe bei schönstem Wetter und wunderbarer Stille einen Strandlauf gemacht. Zurück im Hotel traf ich dann viele der Frauen frisch und energiegeladen im Schwimmbad an.

Nach einem ausgiebigen Frühstück fanden wir uns dann zu unserer Vereinsversammlung zusammen. Punkt für Punkt wurde die Tagesordnung durchgearbeitet. Es wurden Termine z.B. wie das Hafenfest in Frankfurt oder die Lukom besprochen. Ein “Runder Tisch” am 21.6.06 in Berlin wurde angekündigt und Schiffe für Fernsehdreharbeiten gesucht. Es wurde in jedem Fall alles lebhaft diskutiert. Nach Ende der Versammlung und einem kleinen Imbiss hatte jeder den Nachmittag zur freien Verfügung.

Die meisten blieben jedoch zusammen und gingen ans Meer. Zum Baden war es ja noch ein bisschen frisch, aber windgeschützt konnte man es in der Sonne herrlich aushalten.
Am Abend stand dann ein Besuch in einem Fischrestaurant an. Nur unserer Gerda gefiel das nicht besonders gut, denn sie mag absolut keinen Fisch. Sie gab sich dann gezwungener Maßen, da die Speisekarte auch sonst nichts anderes zu bieten hatte, mit einem Salatteller zufrieden. Auch ihre Hoffnung, wenigstens zum Dessert ein schönes Eis essen zu können, wurde durch die spontane Abfahrt ins Hotel zunichte gemacht.

Im Hotel nahmen dann 19 Frauen und ein Mann??? die Bar in Beschlag. Zwei Paare mittleren Alters rückten irritiert zur Seite und sicherten ihre Getränke. Die Vermutung meinerseits, die vier würden nach spätestens  10 Minuten die Rechnung verlangen, zeigte sich als falsch. Von soviel Power und Humor beeindruckt, fühlten sich die vier in unserer Runde sichtlich wohl und einer der Herren kommentierte das mit dem Spruch “ Im nächsten Leben werde ich Binnenschiffer”. Also, warum machen wir uns Nachwuchssorgen? Sorgen müssen wir uns nur um einen Teil der jüngeren Generation im Allgemeinen machen, denn schon  bei den kleinsten Problemen geraten die jungen Leute in Hysterie.
Diese Weisheit entnehme ich einem Erlebnis an diesem Abend: Wie gesagt, wir saßen in lustiger Runde, als eine junge Frau, so Mitte Zwanzig, am Zigarettenautomat in unserer Nähe mit ihrer Geldkarte Zigaretten ziehen wollte (die Betonung liegt auf wollte). Nach Einstecken der Karte gab der Automat aber weder Zigaretten, noch gab er die Karte wieder her. Anstatt jetzt ruhig alle Möglichkeiten einer solchen Situation durchzuspielen, geriet besagte Frau in Rage und drosch schimpfend und erfolglos auf das arme Gerät ein. Als sie so beinestampfend und heulend da stand, erregte sie schon unser Mitleid und wir versuchten, ihr zu helfen. Auf Ratschläge reagierte sie bissig  und tat gerade so, als hätten wir ihre Karte gefressen. Über eine Stunde,  in der sie uns in dem Glauben ließ, sie sei jetzt mittellos und alleine, versuchten wir, der Nachtportier und  der Hausmeister, ihr zu helfen. Leider blieben alle Mühen erfolglos.             
 Zu unserem Erstaunen erschien plötzlich der Freund der Dame und beide zogen sich zu unserer Erleichterung zurück. Wir hatten nun natürlich genug zu lästern und witzelten bis spät in die Nacht.
Am nächsten Morgen fuhren die Frauen nach herzlichem Abschied dann wieder in alle Himmelsrichtungen nach Hause.

Ilka Heger, MS LIMES

 

 


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