Flaschenpost Nr. 3
September  2006          Jahrgang 11

Berlin, Berlin,
wir fahren nach Berlin!

Die Parlamentarische Gruppe Binnenschiffahrt (PGBi) hatte die „Frauen in der Binnenschifffahrt“ für den 21. Juni 2006 zu einem Runden Tisch eingeladen.

Nachdem zu dieser Zeit gerade die WM war und am nächsten Tag ein Spiel in Berlin stattfand, hatten wir uns wegen der zu erwartenden Verkehrsprobleme gegen unser Auto (außer Ria Plog) entschieden und der Bahn den Vorzug gegeben.
Eine Bahnfahrt, die ist lustig, speziell, wenn die Frauen daran beteiligt sind . . .

Frau Blank (CSU), Frau Menzner (Die Linken) und Herr Hettlich (Bündnis 90/ die Grünen), ebenfalls Mitglieder der PGBi, hatten leider keine Zeit und wir machten zunächst „lange Gesichter“ am „langen Tisch“, als nur Frau Faße uns begrüßte. Herr Goldmann kam etwas später von einer anderen Veranstaltung dazu;  am Ende wurde aus dem für uns langen Tag dann doch eine „rundherum runde Sache“.

  • Am 7. November 2006 wird es einen großen Parlamentarischen Abend geben, voraussichtlich u. a. mit der Parlamentarischen Staatssekretärin Karin Roth und dem Bundesminister Wolfgang Tiefensee.
  • Der nächste Runde Tisch für die Frauen wird am 10. Mai 2007 stattfinden.
     
  • Auf Bitten des Bundesverband der Deutschen Binnenschiffahrt (BDB),  Binnenschiffern, die im Eis gelegen haben, eine kleine Finanzhilfe zu gewähren, hat Frau Faße entsprechende Maßnahmen in die Wege geleitet und auch gute Aussichten auf Erfolg gehabt. Leider wären nach ihren Angaben dann keine Anträge gestellt worden.
    Im Binnenschiffahrts-Report 2/2006 kann man jedoch nachlesen, dass das Bundesverkehrsministerium am 15. Mai 2006 die vom BDB erbetene finanzielle            Unterstützung abgelehnt hat. ??????
     
  • Im Haushaltsplan für 2006 wird der Deutsche Bundestag eine Erhöhung der Investitionen in Bundeswasserstraßen beschließen. (hat er nun am 23. Juni beschlossen) 
    Geplant sind für 2006:  685 Mio. Euro
                             2007:  745 Mio. Euro
                             2008:  810 Mio. Euro
                             2009:  860 Mio. Euro
    Frau Faße hat von allen WSÄmtern einen Zustandsbericht über die Wasserstraßen angefordert und auch die praktizierenden Binnenschifffahrt um Informationen gebeten.

Uns Frauen bringt auf die Palme, dass die meisten Mitarbeiter der Arbeitsagenturen ein absolutes Nichtwissen über den Beruf des Binnenschiffers haben. Sie wissen zum Teil noch nicht einmal, dass es sich hier um einen Lehrberuf handelt, arbeiten mit total veraltetem Material und äußern sich oft negativ über die Binnenschifffahrt.
Frau Faße will sich im Namen der PGBi an die Agentur für Arbeit in Nürnberg wenden. Auch die Frauen in der Binnenschifffahrt wollen bei der Agentur auf die missliche Lage hinweisen.

Wir haben wieder einiges erfahren, Infos der praktizierenden Binnenschifffahrt an Frau Faße und Herrn Goldmann weitergeben können und ruckzuck waren die 2 ½ Stunden um. Zu berichten hätte es noch viel gegeben!

Nachdem unser Zug erst um 0.38 Uhr fuhr und wir noch knapp zwei Stunden Zeit bis dahin hatten, wollten wir Ria Plog nun endlich zu ihrem heiß ersehnten Eis verhelfen. Vor dem neuen Hauptbahnhof gibt es eine tolle Gelateria, die eigentlich gerade schließen wollte. Weil wir aber so nette und gut gelaunte Frauen waren,  konnte die junge Bedienung unseren Wunsch nach einem riesengroßen Eisbecher nicht abschlagen (Oder hat sie sich im Kopf schnell das saftige Trinkgeld ausgerechnet?) Die Temperaturen waren sehr angenehm, der neue Hauptbahnhof hat eine tolle Atmosphäre und wir haben alle ein leckeres Eis gegessen. Ein schöner Abschluss in Berlin!

Die DB hat dann dafür gesorgt, dass wir die Rückfahrt nach Duisburg so richtig wach genießen konnten. Keiner von uns Frauen sollte auf die Idee kommen, ein bisschen schlafen zu wollen. Die Klimaanlagen waren dermaßen kalt gestellt, dass wir vor lauter Bibbern erst gar nicht müde werden konnten. Aufgewärmt haben wir uns zwischendrin im Bahn-Bistro am heißen Cappuccino-Becher und beim Flirten mit dem Service-Personal. Was tut man nicht alles in der Not  . . .

Aber am Ende sind wir doch wieder alle gut zu Hause angekommen.
24 abwechslungsreiche Stunden lagen hinter uns: 

  • Lustige Bahnfahrt,
  • ein informativer und angenehmer Runder Tisch mit Frau Faße und Herrn Goldmann.
    Vielen Dank Frau Faße, vielen Dank Herr Goldmann!
  • Ilka hat kein Handy im Zug liegen lassen!
  • Ria hat endlich ihr Eis bekommen,
  • und wir haben auf der Rückfahrt im eiskalten Zug schon ein bisschen für die folgenden heißen Wochen vorgekühlt. Hätten wir gewusst, was auf uns zukommt, hätten wir die Kälte sicher genossen!

Karin Scheubner, MS JENNY

 

             


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