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Das Wunder von
Tahiti
...und die Anwendung des Archimedischen Prinzips
Von Klaus Schmitt 2006
Mein
Lieblingssommerschlafanzug…
Leicht und luftig, cottonweich,
tropentauglich, schmeichelzart,
ausgedehnt zum Schlabberlook,
das Dekor in „modern art“.
Ausgebleicht doch knitterfrei
wie ein Jungfraunkonterfei.
Manche Kälte musst er wehren,
manchen Schweiß hat er genommen.
Wurde er als Globetrotter
treu mit ins Gepäck genommen.
Mitgewachsen wie er muss,
mit des Bauches Radius.
Sturmgewaschen, winddurchweht,
letzthin noch von jenen linden
lauen Lüftchen zart umgaukelt -
diesen warmen Südseewinden.
Windgeprüft auch von Gerüchen
aus Südasiens scharfen Küchen.
Die Verfallszeit
überschritten,
altersschwach im Hosenband,
folgt dem Satz des Archimedes. *)
Haltbar nur noch Hand um Hand.
Hält man fest am guten Stück,
trotzt die Jugendzeit zurück.
Im Pacific wollt’ er enden,
elend schwach im Gummiband.
Schon im Steh’n die Hose rutschte,
wenn ihr nichts entgegen stand.
Ach, soll das sein Ende sein?
Alle Fasern beben: Nein!
Doch gerettet mit élastique,
käuflich in der Mercerie,
eingefädelt in Papeete
auf der Insel Tahiti.
Zum Glück kann es auch dieses geben:
Mit Gummi für ein neues Leben!
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*) Das Prinzip des
Archimedes:
Die Einsinktiefe einer Hose in
die Kniekehle
ist umgekehrt proportional der Spannung des
Hosengummis.

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