Flaschenpost Nr. 3
September  2006          Jahrgang 11

BUCHTIPP

Der Nobelpreis

Von Andreas Eschbach

 

Der deutsche Thrillerautor, bekannt durch  „Das Jesus-Video“, hat auch mit seinem jüngsten Buch „Der Nobelpreis“ einen ungewöhnlichen Roman vorgelegt. Eschbach überrascht mit einem ungeheuerlichen Plot: Ist die Nobelpreisvergabe manipulierbar? Und wie korrupt ist das Nobelpreiskomitee? Ein so hoch angesehener Preis - ein Betrug würde die Welt schockieren!

Prof. Andersson, Mitglied des Nobelkomitees in Stockholm, bekommt das Angebot für  3 Millionen Kronen einer ganz bestimmten Kandidatin seine Stimme zu geben. Er lehnt entrüstet das unmoralische Angebot ab und bald darauf wird seine 14jährige Tochter Kristina entführt, das liebste was dem Professor seit dem Unfalltod seiner Frau geblieben ist. Er merkt schnell, dass er Teil einer viel größeren Verschwörung ist  und auch andere Komiteemitglieder erpresst werden. Verzweifelt wendet er sich an seinen ungeliebten Schwager Gunnar, der wegen Industriespionage im Gefängnis sitzt. Er bemüht sich um dessen vorzeitige Freilassung, damit der sich auch sofort auf die Suche nach den Entführern macht.

An dieser Stelle des Romans überrascht der Autor mit dem Wechsel der Erzählperspektive: Gunnar wird zum emotionsgeladenen Ich-Erzähler. Es beginnt eine schwindelerregende Odyssee auf der Suche nach Kristinas Entführern. Die Widerstände, gegen die er kämpft, wachsen ständig und Andersson befürchtet: Wenn Kristina nicht bis zur Nobelpreisverleihung gefunden ist, wird sie sterben. 

Hinter das Geheimnis um Kristinas Verschwinden kommt Gunnar erst ganz zum Schluss. Hier überrascht der Autor erneut. Mit seiner raffiniert konstruierten Geschichte kommt er zu einem völlig unerwarteten Schluss, einem Knaller, der den Leser sprachlos und ungläubig macht.

 

A. Gaschik                  

 


   Seite zurück

- 13 -


Seite vor     

Inhaltsverzeichnis