Flaschenpost Nr. 4
Dezember  2006          Jahrgang 11

Parlamentarischer Abend
am 7. November 2006 in Berlin

Veranstaltet von der Parlamentarischen Gruppe
Binnenschifffahrt (PGBi) unter Einbeziehung des Deutschen
Verkehrsforums e.V.

„Investitionen für die Zukunft – Investitionen in unsere Flüsse und Kanäle“,
 so lautete das Thema des Parlamentarischen Abends.

Das hörte sich für uns sehr interessant an, deshalb kamen wir auch in starker Vertretung nach Berlin: Ilka Heger, Ellen Maier, Ria Plog, Gabriele Klenke und Karin Scheubner.


von links nach rechts: Ria Plog, Gabriele Klenke, Annette Faße MdB,
Ellen Maier, Karin Roth,Parl. Staatssekretärin, Ilka Heger,
Renate Blank MdB, Karin Scheubner

Im letzten Jahr hatte es aufgrund von Neuwahlen und Regierungsbildung keinen Parlamentarischen Abend gegeben, nun sei es aber an der Zeit, über die von der Politik ergriffenen Maßnahmen zur Stärkung des Verkehrsträgers Binnenschifffahrt zu berichten.  Mit dem ehemaligen Koalitionspartner (Bündnis 90/die Grünen) sei es oft schwierig gewesen, mit dem neuen Partner ginge es nun leichter, meinte Frau Faße (SPD).

Der „berüchtigte“ Paragraph 6b des Einkommensteuergesetzes sei, so Frau Faße,  eine politische Fehlentscheidung gewesen und wurde nun auf beharrliches Drängen der Verbände hin, rückwirkend zum 1. Januar 2006 geändert. Die Ausbildungsbeihilfe wurde verdoppelt und im kommenden Jahr wird es ein Förderprogramm für abgasarme Motoren geben.
Frau Karin Roth,  Parlamentarische Staatssekretärin  im Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, hat in ihrem Vortrag den Fünfjahresplan zur Finanzierung der Wasserstraßeninfrastruktur vorgestellt. Die Um-, Aus- und Neubaumaßnahmen der Bundeswasserstraßen sollen bis 2010 schrittweise von jetzt 450 Mio Euro auf rund 640 Mio Euro ansteigen; das sind ca. 40% mehr.

Die anschließende offene Diskussion wurde von Frau Blank (CSU) moderiert. Aus dem Publikum kam u. a. die wichtige Frage des Herrn Dr. Fleck (Deutscher Wasserstraßen- und Schiffahrtsverein Rhein-Main-Donau, Nürnberg) an die Parlamentarische Gruppe zur längst überfälligen Entscheidung der Regierung in Sachen  Donauausbau. Die SPD hält nach wie vor an dem Beschluss, die Donaustrecke Straubing-Vilshofen lediglich mit flussbaulichen Maßnahmen zu verbessern, fest. Das Gewerbe sieht darin keine nennenswerte Verbesserung und braucht dringend einen schifffahrtsgerechten Ausbau. Die von der SPD beschlossene Variante A sei eine politische Fehlentscheidung, erklärte Frau Blank, der Beschluss könne ebenfalls (wie der § 6b EStG) geändert werden.

Herr Dr. Gunther Jaegers, neuer Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Binnenschifffahrt (BDB), hat sich für die Trendwende der Bundesregierung in ihrer großen Koalition zu Gunsten des Verkehrsträgers Binnenschifffahrt bedankt.
Er erinnerte u. a. aber auch an die noch immer nicht entschiedene Frage zum Donauausbau. Hier warten Binnenschifffahrt, Binnenhäfen und die verladende Wirtschaft seit vielen Jahren auf eine dringend notwendige  Entscheidung.

Beim anschließenden Büffet konnten man nicht nur lecker essen, sondern auch nette, interessante und wichtige Gespräche führen.

Wir haben wieder viele km mit dem Auto nach Berlin zurückgelegt, aber es hat sich gelohnt. Man spürt den Willen der großen Koalition, und sieht auch erste Erfolge, der Binnenschifffahrt den Stellenwert zu verschaffen, der ihr auf Grund ihrer Leistungsfähigkeit zusteht.

 Vielen Dank an die PGBi und das Deutsche Verkehrsforum für den interessanten Abend.

Berlin ist immer eine Reise wert  . . .  

Karin Scheubner, MS „JENNY“

 


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