Flaschenpost Nr. 4
Dezember  2006          Jahrgang 11

Die Sektsteuer ……..…... gehört eigentlich abgeschafft.

Als Hobbyweinbauer liest man natürlich die Fachzeitschriften und findet in der „Winzerwein-Zeitung“

…unser aller Kaiser hatte im Jahre 1902, also vor mehr als 100 Jahren eine sog. "Sektsteuer" beschlossen und verfügt. Gemessen an den Konsumenten, die sich damals eine Flasche Sekt leisten konnten, war es eine Art Luxussteuer zur Finanzierung der kaiserlichen "Kriegsflotte". Was davon übrig ist kann man mit viel Glück vielleicht noch in irgendeinem Museum finden.
 
Geblieben aber ist bis zum heutigen Tag die Sektsteuer ohne Verwendungszweck. Einfach vergessen worden. Nun aber nicht mehr als Luxus-, sondern als Bagatellesteuer (wie die Salz- und Streichholzsteuer und viele andere Steuern auch).

Aber wie hoch ist diese Steuer eigentlich? Kaum zu glauben aber wahr: sie beträgt 1,02 Euro plus MwSt. pro Flasche Sekt. Mal abgesehen davon, dass hier noch einmal Steuer auf die Steuer erhoben wird, sei die Frage erlaubt, warum niemand nach dem Ende des Kaiserreichs den Mut gehabt hat, diese Steuer abzuschaffen. Was kostet es eigentlich diese Steuern zu verwalten?

Die Sektsteuer wurde also eingeführt, um die kaiserliche Marine aufzubauen. Inzwischen wurde die deutsche Marine schon zweimal versenkt, die Sektsteuer des Kaisers gibt es aber immer noch. Statt Kaiser Wilhelm kassiert sie nun Peer Steinbrück.
Nichts gegen Peer Steinbrück.
Ich habe ihn mal auf einem Berlinflug getroffen. Was mich beeindruckt hat: er hatte herrlich blitzblank geputzte Schuhe. Und meine Oma hat schon immer gesagt: „Ein geputzter Schuh macht den Mann!“

Man könnte die Sektsteuer natürlich zur Förderung der Binnenschifffahrt nutzen, um den Ursprungsbedarf wieder näherungsweise zu reaktivieren. Vielleicht sollte man das dem neuen Präsidenten der deutschen Binnenschifffahrt in den Tornister packen?

….. meint (natürlich mit zwiespältigem Ernst)

Klaus Schmitt

 

 


   Seite zurück

- 6 und 7 -


Seite vor     

Inhaltsverzeichnis