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Sinterklaas
Früher wurde bei uns
Sinterklaas groß gefeiert.
Ich komme aus einer Familie
mit sechs Kindern. Das war immer ganz lustig. Als
wir alle flügge wurden, war das leider nicht mehr
möglich. Zwei sind an Land gegangen, vier fahren
noch immer in ganz Europa umher: der eine Lüttich –
Ijmuiden, der andere Rotterdam – Antwerpen, Nummer
drei nach Frankreich und wir zur Donau.
Aber so war es damals und so geschieht es auch heute
noch: Im Radio und Fernsehen wird Ende November
bekannt gegeben, wann und wo „Sint Nicolaas“ ins
Land kommt; natürlich mit dem Schiff und mit vielen
schwarzen „Pietermannen“, alle mit spanischen Namen.
„St. Nicolaas“ kommt ja aus Spanien. Es gibt dann
einen großen Empfang mit Radio und TV, Blechmusik
und die Schulkinder singen Sinterklaas-Lieder.
Sinterklaas steigt dann um auf sein Pferd und reitet
durch die Straßen, meistens zum Rathaus, wo er vom
Bürgermeister empfangen wird. Unterwegs werden
Pfeffernüsse und Süßigkeiten in die Menge geworfen.
Am Abend dürfen die Kinder dann zum ersten Mal einen
Schuh hinstellen, gefüllt mit Karotten fürs Pferd,
oder schönen Zeichnungen oder Wunschzettel und dabei
werden dann wieder Sinterklaas-Lieder gesungen.
Morgens liegt dann etwas Leckeres in dem Schuh, es
sei denn, man hat etwas ganz Schlimmes angestellt;
dann gibt es nichts oder eine Rute!
Die nächsten Tage, bis zu seinem Geburtstag am 6.
Dezember, besucht der gute Heilige Mann fast alle
Schulen und Vereine, unterstützt von seinen
„Pietermannen“.
St. Nicolaas wird auch oft gebeten, Familien zu
Hause zu besuchen. Dann wird gelobt oder gemahnt,
meistens beides und es gibt eine Kleinigkeit aus dem
berühmten, großen Sack. Bei größeren Kindern und
Erwachsenen ist viel Neckerei dabei.
Am 5. Dezember stellen die Kleinen zum letzten Mal
ihren Schuh hin und am Morgen finden sie dann einige
ihrer Wünsche erfüllt!
Als wir älter wurden, feierten wir „Päckchen-Abend“,
mit Kaffee, Kuchen, Getränken und Häppchen. Es gab
ganz viele Geschenke und Gedichte mit Lob, Mahnung
oder Neckereien. Wir beschenkten uns gegenseitig.
Vor dem Öffnen der Geschenke wurde aber erst das
Gedicht laut vorgelesen.
Im Internat bastelten die älteren Kinder für
einander Überraschungspäckchen. Eine Leseratte hat
bestimmt mal ein Nepp-Buch bekommen, das wirkliche
Geschenk war dann darin versteckt. Ein Fußballfan
bekam einen gebastelten Fußball, usw.
Wir haben das bei unseren zwei Kindern auch so
gemacht. Doch als sie ihre Arbeit hatten und wir auf
der Donau fuhren, war es so leider nicht mehr
möglich. Wir haben uns auf das Christkindl-Fest an
Heiligabend umgestellt, wobei das Fest mit den
Kindern dann auch mal Ende Januar gefeiert wird.
So ist das nun mal in der Schifffahrt . .
Mimi von Lent, GMS „MAJA“
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