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Karneval in Köln 1952:
Es war in der
Faschingszeit um 1954. - In Grimberg haben wir am
Rosenmontag 600 Tonnen Kohle für Köln-Niehl geladen.
Gegen Abend verließen wir Grimberg auf dem
Rhein-Herne-Kanal in Richtung Ruhrort. Die Räume
waren teilweise zugedeckt, das Gangbord war gerade
noch frei. Gangbordgeländer waren noch nicht
erfunden. Wegen der relativ kurzen Strecke hatten
wir keine große Deckwaschaktion veranstaltet und
bewaffneten uns mit Schrubber und Schöpfeimer. Der
Kohledreck an Deck wurde auf diese Weise durchs
Gangbord über die Speigatts in den Kanal gespült. Es
war inzwischen dunkel geworden und beim Durchfahren
einer der
zahlreichen
Straßenbrücken johlten uns die Fastnachtsnarren zu
und wir johlten zurück. Mein Schmelzer Willi - kein
Frauenverächter - sagte noch, Mensch, die feiern
Fasching und wir Doldis schrubben in der Nacht das
Gangbord.
Na ja, unser großer
Boss hat uns wenigstens beruhigend in Aussicht
gestellt: wenn wir am Faschingsdienstag-Abend in
Köln-Niehl sind, da könnt Ihr nochmals ausgiebig
Fasching feiern. Das war doch schon was.
Am nächsten Morgen,
Faschingsdienstag, ging’s weiter, wir waren guter
Dinge und machten uns rechtzeitig für den Abend
schon landfein. Beim Einfahren in den Hafen
Köln-Niehl waren wir daher schon sprungbereit, uns
in den Faschingstrubel in Köln zu stürzen. Es war
schon dunkel geworden.
Aber als wir in den
Köln-Niehler Hafen einliefen und uns der Löschstelle
näherten, gingen dort plötzlich die Lichter an Land
an. Wir dachten noch, die wollten uns wegen der
Dunkelheit aus lauter Menschenfreundlichkeit mit
ihrer Beleuchtung beim Anlege- und Festmachmanöver
behilflich sein.
Von wegen: Da
ertönt von Land her eine durchdringende Stimme mit
der Aufforderung, unser Schiff zu mehren, alle Räume
aufzudecken mit dem unmissverständlichen Hinweis,
dass wir über Nacht noch leer gemacht würden.
Das war ein Hammer! Zuerst freuten wir uns am
Fasching-Dienstag auf ein paar schöne Stunden Kölner
Fasching und jetzt diese niederschmetternde
Botschaft!
Jetzt glotzte uns
von der Kranbrücke her auch noch der Scheinwerfer
an, stierte ungeduldig und durchdringend auf
unsere Räume und der Kranführer begann sofort unsere
schwarze Ladung zu greifen und an Land zu schmeißen,
als wir gemehrt waren.
Also, Mehren,
Aufdecken und rein mit dem Greifer, Räume fegen,
anschließend wieder zudecken.
Wir gaben uns
unserem Schicksal murrend hin. Um 2 Uhr nachts waren
wir leer, machten uns frisch und versanken in
unserer Koje.
Kölner Fasching:
Ade!
Das dachte sich damals Werner Firmbach aus
Würzburg

Auf dem Dampfer „RHEIN“ hatten
wir eine Köchin, ca. 40 Jahre alt.
Sie kochte nicht schlecht.
Eines Tages kamen wir abends in Passau an. Die
Köchin sagte zum Kapitän, sie wolle sich eine Brille
kaufen und Lebensmittel besorgen, und darum benötige
sie einen Vorschuss. Sie bekam einen Vorschuss
genehm igt.
Abends gingen wir alle noch in ein Nachtlokal, und
wer kam zu später Stunde? Unsere Köchin! Sie hatte
sich eine schöne Brille gekauft.
Es wurde getanzt und gelacht.
Am anderen Morgen sprach sie nochmals den Kapitän
an, sie benötige einen Vorschuss für den
Lebensmitteleinkauf. Der Kapitän sagte:“ Sie haben
doch gestern Abend einen Vorschuss bekommen.“
Die Köchin antwortete dem Kapitän, sie habe das Geld
für die Brille und den Besuch des Nachtlokals
benötigt. Sie hätte ja auch das Recht, das Gleiche
zu tun wie die übrige Mannschaft – sich einmal einen
netten Abend zu machen.
Walter Schwarzbeck,
Alteglofsheim
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