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Alle reden übers Klima . .
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War vor einigen Jahren BSE und
danach Vogelgrippe das Thema der Medien in
Deutschland, ist KLIMA in diesem Jahr die
absolute Nr. 1!
Politiker werden plötzlich zu Klimaexperten,
Wissenschaftler zu Moralpredigern und der
Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon sieht den
Klimawandel inzwischen als genauso gefährlich wie
Kriege. Laut SPIEGEL tobt unter den Klimaforschern
eine Art Kulturkampf!
Was soll ich glauben – wem soll
ich glauben – reicht es weiterhin, meinen gesunden
Menschenverstand einzusetzen, mich auf meine
Lebenserfahrungen zu berufen?
Ich erinnere mich an Erzählungen meiner Großmutter
über Wetterkapriolen, über heiße Sommer, die das
Flussbett des Mains ausgetrocknet hatten und sie als
Kind mit ihren Freundinnen dort nach verborgenen
Schätzen suchen ließ. Oder an lange, eisige Winter,
die den Main bei Würzburg damals mit behördlicher
Genehmigung zu einem zwar vereisten, aber nutzbarem
Verkehrsweg gemacht hatten. Damals war das alles
normal, man nahm’s Wetter wie’s kam.
Katastrophen-Szenarien wären wirkungslos gewesen,
denn es gab noch kein Fernsehen, kein Radio, kein
Internet. Zeitungen hatten
nur wenige Privilegierte.
Inzwischen ist es etwas wärmer
geworden; ich finde das eigentlich gut, denn ich
mag’s, wenn es warm ist. Wärme erzeugt ein
Wohlgefühl, macht gute Laune.
Vielleicht müssen wir in Zukunft nicht mehr in
südliche Länder zum Sonneauftanken fliegen (der
ehemalige Umweltminister Trettin muss zum
Bergsteigen nicht mehr nach Mallorca), wir müssen im
Winter weniger heizen, verringern somit den CO2-Ausstoß
und sparen außerdem jede Menge Geld. Werden heiße
Sommer zum Normalfall, werden wir uns darauf
einstellen und machen es dann eben wie die
Südländer: körperlich schwere Arbeiten werden auf
die Morgen- und Abendstunden verlegt, in den
Mittagstunden halten wir Siesta - und wir sind in
Besitz von Klimaanlagen.
Der Umweltökonom Richard Tol rechnet außerdem vor,
so konnte man im SPIEGEL lesen, dass im Jahr 2050 in
Deutschland rund 40.000
Menschen weniger an kältebedingten Krankheiten wie
Grippe sterben werden.
Wem soll man glauben? Konträre
Informationen zum zukünftigen Klima gibt des derzeit
mehr als genug.
Zum Thema „Natur und Klima“ kann ich ein äußerst
interessantes Buch des Zoologen Prof. Josef H.
Reichholf „Eine kurze Naturgeschichte des
letzten Jahrtausends“ empfehlen. Prof.
Reichholf gilt als einer der vielseitigsten
Naturwissenschaftler Deutschlands.
Kurzer Ausschnitt aus dem Vorwort des Buches:
. . . Wir aber möchten in unserer überheblichen
Annahme, das einzig Richtige zu kennen, dem
Augenblick der Welt, den wir zufällig erleben, frei
nach Goethe „Dauer verleihen“. Unsere Zeit und die
Zeit unmittelbar davor ist aber keineswegs die beste
aller Zeiten (gewesen). Wir kennen nur nichts
anderes und wollen deshalb trotzig darauf beharren,
dass sich nicht ändern darf.
Herrn Prof. Reichholf kenne ich
von mehreren Veranstaltungen zum Donauausbau. Von
ihm stammt auch die für
Donauausbau-Gegner/Befürworter bekannte Frage: „Wer
sagt denn, dass der momentane Zustand der Donau der
optimale ist?“
Das Buch „Eine kurze
Naturgeschichte des letzten Jahrtausends“ ist
verständlich geschrieben und meiner Meinung nach
realistisch.
Erschienen ist es im Jahr 2007 im S. Fischer Verlag.
ISBN 978-3-10-06294-5
Karin Scheubner, MS JENNY
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